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#1 2020-03-17 00:36:25

Rogehm
Member
From: Rösrath / Köln
Registered: 2014-05-07
Posts: 2,677

[CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Jeder bekommt es mit, die Pandemie überschwemmt Europa.
Wie kann die OSM dazu beitragen, um die nicht zu überblickenden zeitlichen Abläufe darzustellen?
Es geht hier z.B. um Öffnungszeiten von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen, die wohl sehr beschränkt werden.
Es werden viele Geschäfte auf längerer Dauer geschlossen bleiben, der öffentliche  Verkehr bricht zusammen, Kultur, Sport und öffentliche Einrichtungen werden geschlossen!
Eine Zeitdauer ist noch gar nicht abzusehen.
Die ganze Krise in OSM einfach zu ignorieren wirkt auf mich persönlich erstmal peinlich. Ist die Community so klein, das wir da keine Regelung hinbekommen? Wir müssen auf "Kriegs"-Modus gehen! Wenn das ganze in 2 Wochen hinüber wäre, würde ich hier keine Zeile schreiben. Aber das ist NICHT so. Das Problem werden wir mindestens in den Sommer reintragen.
Wir sollten hier Ideen sammeln, und zwar möglichst schnell, damit OSM zu der Krise beitragen kann.
Gerne können Kollegen in den fremdsprachigen Foren und E-Mail-Listen ähnliches verbreiten.
Erstmal in DE sind Kindergärten und Schulen geschlossen, aber es kommen Geschäfte dazu. Wenn dies über mindestens 1 Monat geht, besteht Handlungsbedarf.
Oder sehe ich das falsch? Im A-Forum wurde gerade ein Kollege gesperrt, der ähnliches im Sinn hatte mit anderem Ansatz. Wenn ich hier gesperrt würde wegen diesem Thread, wäre das für mich die Verwirklichung des Unvermögens der OSM Community, auf akuten Geo-Änderungen angemessen und schnell reagieren zu können, und das kann die Community, davon bin ich überzeugt. Bitte um Vorschläge. Danke an alle.

P.S. Es werden auch viele "Mittelständer" oder Kleingeschäfte die Krise nicht überstehen und damit Pleite gehen. Es wird also sehr viel zu tun geben für die Datenpflege in OSM in diesem Jahr.

Last edited by Rogehm (2020-04-10 17:10:30)


Gruß   Rolf
“Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es besser werden soll!”  Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

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#2 2020-03-17 01:00:55

woodpeck
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Registered: 2009-12-02
Posts: 947

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Die Corona-Situation bringt ja eben gerade keine "akuten Geo-Änderungen" mit sich. Ein Kindergarten hört nicht auf, ein Kindergarten zu sein, nur weil der Staat Ferien verordnet. Nur all das, was wir in unserer Sammelwut erfasst haben, was *nicht* mit Geo zu tun hat - Öffnungszeiten, ÖPNV-Linien, etc - verliert vorübergehend an Gültigkeit. Vielleicht sollten wir aus dieser Krise die Lehre ziehen, uns auf das Mappen der physischen Welt zu konzentrieren, statt noch bei jedem Supermarkt einzutragen, an welchem Punktesammelprogramm er teilnimmt oder ob man dort vegane Wurst bekommt...

OSM wird jetzt schon als Hintergrundkarte für eine Vielzahl von Darstellungen in Zusammenhang mit der Corona-Krise benutzt; es ist gut, dass OSM den Leuten dafür zur Verfügung steht. Für sowas ist OSM gemacht. Das muss uns nicht peinlich sein, und wir brauchen auch keinen "Kriegs-Modus". Dass die von uns gemappten Öffnungszeiten jetzt nicht mehr stimmen, mein Gott. Wenn der Staat jetzt sagt "alle Geschäfte schließen", sollen wir dann Deiner Ansicht nach an alle Shops ein Tag dranmachen, dass sie geschlossen sind? Weil sonst jemand in Berlin irrtümlich zu einem Supermarkt hingehen würde und denken, der hat offen?

Also ich würde sagen: 1. Keine Panik, 2. kein blinder Aktionismus ("OMG ich muss zu Hause bleiben, schnell, lass mich wenigstens alle Supermärkte jeden Tag nach aktueller Nachrichtenlage umtaggen"), 3. Mapping as usual - dazu muss man in aller Regel ja nichtmal näher als 2m an andere Menschen ran.

Bye
Frederik

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#3 2020-03-17 01:02:52

aeonesa
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From: Thüringen
Registered: 2008-08-25
Posts: 429

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Ach ja, der "schöne Plätze" ist ja nun auch hier bekannt, sehr trollige Beiträge beizusteuern.

Insofern sehe ich für Dich hier keine Gefahr gesperrt zu werden. Es wäre schon interessant zu wissen, welche Geschäfte z.B. noch geöffnet sind. Ich sehe aber die Gefahr, wenn man es in die Datenbank direkt einpflegt, dass man damit Karteileichen produziert, die dann jahrelang in der Datenbank herumliegen.

Was ich mir vorstellen könnte wären eindeutige temporäre Tags, die man ggf. später mit einem Bot aufräumen kann. Die man z.B. an Städte dranpappen kann wo Ausgangssperren verhängt wurden, an Geschäfte die noch offen sind etc.

Aber wie ich OSM kenne, ist die Pandemie schon längst vorbei und wir stimmen immer noch über Proposals ab :-I


Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht. (Lebensweisheit)

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#4 2020-03-17 01:17:32

kreuzschnabel
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Registered: 2015-07-03
Posts: 6,640

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

woodpeck wrote:

Die Corona-Situation bringt ja eben gerade keine "akuten Geo-Änderungen" mit sich. Ein Kindergarten hört nicht auf, ein Kindergarten zu sein, nur weil der Staat Ferien verordnet.

+1.

Ansonsten erwarte ich ein proposal für natural=virion + virion=sars-cov-2, um wirklich zeitnah mappen zu können, wo die Viecher sitzen smile

--ks

Last edited by kreuzschnabel (2020-03-17 01:17:51)


Verwaltungsverfahrensgesetz § 44 (1): Ein Verwaltungsakt ist nichtig, soweit er an einem besonders schwerwiegenden Fehler leidet und dies bei verständiger Würdigung aller in Betracht kommenden Umstände offensichtlich ist.

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#5 2020-03-17 01:31:13

Rogehm
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From: Rösrath / Köln
Registered: 2014-05-07
Posts: 2,677

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

rogehm wrote:

Es werden auch viele "Mittelständer" oder Kleingeschäfte die Krise nicht überstehen und damit Pleite gehen. Es wird also sehr viel zu tun geben für die Datenpflege in OSM in diesem Jahr.

Das könnte allerdings auf uns zukommen. Es werden dann aber auch in Folge Geschäfte übernommen, also verändert.  Zusätzlich könnten sich in der ÖPNV Verschiebungen ergeben. 
Ich sehe auch ein kurzfristiges Tagging nicht als sinnvoll an, aber vielleicht kann man mit diesem Aufruf viele Mapper, auch in ganz Europa, dazu aufrufen:
"Sammelt Änderungen in eurem Umfeld bezüglich Infrastruktur, Geschäften, Restaurants", die dann auf Dauer oder eine Zeitlang gültig wäre.
Die Wochennotiz wird sich sicher auch darum kümmern. Vielleicht wäre eine europaweite Monatsaufgabe eine weiteres sinnvolles Instrument.
Vielleicht kann sich jemand oder im Team damit anfreunden, ein solche Monatsaufgabe zu begleiten mit Bereitung, Monitoring und Auswertung.
Vielleicht gehen wir erstmal gemeinsam in die Krise und können währenddessen Leute finden, die sich damit gerne beschäftigen würden.

Last edited by Rogehm (2020-03-17 01:34:41)


Gruß   Rolf
“Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es besser werden soll!”  Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

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#6 2020-03-17 01:40:49

dieterdreist
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From: Roma, Italia
Registered: 2010-09-22
Posts: 1,707
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Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

kreuzschnabel wrote:

woodpeck wrote:
Die Corona-Situation bringt ja eben gerade keine "akuten Geo-Änderungen" mit sich. Ein Kindergarten hört nicht auf, ein Kindergarten zu sein, nur weil der Staat Ferien verordnet.
+1.
Ansonsten erwarte ich ein proposal für natural=virion + virion=sars-cov-2, um wirklich zeitnah mappen zu können, wo die Viecher sitzen



Im Moment in Deutschland nicht, aber in China sind beispielsweise temporäre Krankenhäuser entstanden, teilweise gab es abgeriegelte Gebiete mit Straßensperren in Italien, es ist nicht zwangsläufig  so, dass es die Krise nur zu geschlossenen Schulen oder geänderten Öffnungszeiten führen wird.

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#7 2020-03-17 01:50:58

Negreheb
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From: Austria
Registered: 2015-11-10
Posts: 383

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Rogehm wrote:

Im A-Forum wurde gerade ein Kollege gesperrt, der ähnliches im Sinn hatte mit anderem Ansatz. Wenn ich hier gesperrt würde wegen diesem Thread, wäre das für mich die Verwirklichung des Unvermögens der OSM Community, auf akuten Geo-Änderungen angemessen und schnell reagieren zu können, und das kann die Community, davon bin ich überzeugt.

Er wurde nicht direkt wegen dem Thread oder dem Thema selbst gesperrt, die Diskussion ist ja sinnvoll. Er wurde wegen der Art gesperrt, WIE er die Diskussion geführt (oder eben nicht geführt hat). Das mal vorweg.

P.S. Es werden auch viele "Mittelständer" oder Kleingeschäfte die Krise nicht überstehen und damit Pleite gehen. Es wird also sehr viel zu tun geben für die Datenpflege in OSM in diesem Jahr.

Damit könntest du recht haben. Das ist aber auch etwas für "nach der Krise", das wissen wir jetzt noch nicht. Mit Glück packt die Regierung so große Rettungspakete, damit möglichst keine Geschäfte/Lokale/etc. eingehen. Das wäre wünschenswert.

Ich könnte mir für Öffnungszeiten am ehesten noch eine cov19:opening_hours=* vorstellen, ebenso cov19:access=* oder ähnliches. Das lässt sich auch relativ einfach wieder entfernen, wenn alles vorbei ist. Ich selbst würde das jetzt nicht taggen, zu viel Aufwand und die Regierung gibt bekannt, was wie gesperrt ist und die Medien werden nicht müde das ganze auch ordentlich aufzuarbeiten. (Hier mal ein kleines Lob, die meisten Medien, die ich bisher gesehen habe, machen das relativ neutral und gut, sogar die "eher schlechten").

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#8 2020-03-17 02:14:33

dieterdreist
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From: Roma, Italia
Registered: 2010-09-22
Posts: 1,707
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Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Negreheb wrote:

Ich selbst würde das jetzt nicht taggen, zu viel Aufwand und die Regierung gibt bekannt, was wie gesperrt ist und die Medien werden nicht müde das ganze auch ordentlich aufzuarbeiten.


was wir hier z.T. beobachtet haben ist eine Zunahme des Lieferangebots. Manche Läden liefern jetzt auch, während sie das normalerweise nicht anbieten. Ich bin auch für einen Präfix,damit sollte es möglich sein, aktuelle Spezialkarten zu produzieren und die tags problemlos wieder zu entfernen wenn der Spuk wieder vorbei ist. Auch kommt man nur selten updatenden Anwendungen damit nicht in die Quere.

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#9 2020-03-17 02:45:17

Rogehm
Member
From: Rösrath / Köln
Registered: 2014-05-07
Posts: 2,677

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

dieterdreist wrote:

Ich bin auch für einen Präfix,damit sollte es möglich sein, aktuelle Spezialkarten zu produzieren und die tags problemlos wieder zu entfernen wenn der Spuk wieder vorbei ist. Auch kommt man nur selten updatenden Anwendungen damit nicht in die Quere.

Meinst du also wir sollten möglichst schnell aktuell taggen? Dazu braucht es wirklich Mapper, die das auch zeitlich und aktuell hinbekommen. Diese sollten sich jetzt aktuell melden, am besten hier auf diesem Thread oder auf der MailingListe. Aber auch zuerst ein genauer Vorschlag im OSM-Wiki!
Damit könnte man werben!  @dieterdreist  Hast du einen Vorschlag?


Gruß   Rolf
“Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es besser werden soll!”  Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

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#10 2020-03-17 04:46:54

toc-rox
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From: Münster
Registered: 2011-07-20
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Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Aktionismus scheint mir nicht angebracht aber eine QS bezogen auf die potentiell noch offenen Geschäfte wäre durchaus sinnvoll. Welche fehlen? Welche gibt es nicht mehr?

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#11 2020-03-17 05:21:00

Galbinus
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From: Ostwestfalen-Lippe (OWL)
Registered: 2016-10-05
Posts: 1,024

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Zur Reduzierung der exponentiellen Ausbreitung des Virus sind alle Menschen aufgerufen, soziale Kontakte zu meiden. In dem Zusammenhang erschiene es mir nicht sinnvoll, nun durch alle Einkaufsstraßen zu laufen und täglich vor Ort zu schauen, welche Läden ihre Öffnungszeiten wie ändern. Abgesehen davon macht es aus meiner Sicht wenig Sinn, Dinge zu ändern, die sich praktisch täglich ändern.

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#12 2020-03-17 07:26:07

geri-oc
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From: Sachsen
Registered: 2011-03-21
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Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Ich bin nicht dafür jetzt Öffnungszeiten oder Schließungen an zu passen. Ist die Webseite verlinkt erfährt ma das aktuelle.
Welche Veränderungen sollen eingetragen werden: gesperrte Spielplätze, Parks, Sportplätze, Schwimmhallen, ...

Man sollte wie bei Straßenbaustellen verfahren und nachschauen wie es nach vier Wochen ausschaut. Danach eventuell auf geschlossen Geschäfte / POI's kontrollieren.

(Wer für seine Stadt eine Übersicht machen möchte kann es auch mit uMap machen. Ich hatte vor kurzem so etwas glaube ich gesehen.)

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#13 2020-03-17 07:31:40

Wulf4096
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From: Hamburg
Registered: 2018-10-23
Posts: 642

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Ich bin gegen Aktionismus. Die Lage ändert sich täglich. Da kommen wir mit OSM und den nachgeordneten Datennutzern eh nicht hinterher.
Man muss sich als Verbraucher halt auch informieren, welche Arten von Geschäften jetzt noch offen hat und welche schließen müssen.

Wir sollten zumindest paar Tage abwarten, ob sich ein stabiler Zustand einstellt.

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#14 2020-03-17 07:45:15

TheBlackMan
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From: Potsdam
Registered: 2019-03-13
Posts: 32
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Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Die deutsche Telegram-Gruppe OSM_de hat sich hierzu bereits letzte Woche und am Wochenende intensiv Gedanken gemacht. Wir haben die Wiederbelebung der OSM-Wochenaufgabe in den Blick gefasst und auch hier promotet. Unsere Idee war, dass aktuell Ärzte, Apotheken von größerem Interesse sind und hier die Aktualität der Daten bzw. eine Ergänzung von noch nicht vorhandenen POIs am sinnvollsten ist. Dies kann auch z.T. remote mittels der Webseiten erfolgen.

Ich halte wenig davon, jetzt Öffnungszeiten bei anderen POIs oder ein access=no bei Spielplätzen u.ä. zu taggen. Die Verbote bzw. geänderten Öffnungszeiten sind nicht von Dauer. Die meisten Apps haben i.d.R. einen monatlichen Updatezyklus, so dass die jetzt erstellten Änderungen beim Nutzer im Zweifel erst ankommen, wenn die entsprechenden Beschränkungen schon wieder aufgehoben sind.

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#15 2020-03-17 07:45:52

highflyer74
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From: Bremen, Germany
Registered: 2016-02-29
Posts: 122

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Ich halte es nicht für sinnvoll, jetzt (temporäre) Dinge zu mappen bzw. neue Tags einzuführen. Wir haben schon gut damit zu tun, die Dinge langfristig aktuell zu halten, so dass temporäre Zustände zu mappen wirklich nichts verbessert und im Nachgang vermutlich eher zu einer Verschlechterung der Daten führt, da sich niemand mehr darum kümmert.

Wenn sich jemand darüber informieren möchte, ob etwas während der Corona-Einschränkungen geöffnet hat o.ä., kann er dort einfach anrufen und fragen.

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#16 2020-03-17 08:25:26

Spiekerooger
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Registered: 2019-07-09
Posts: 29

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Ich finde, dass das umtaggen von Öffnungszeiten jetzt nicht eines der wichtigsten Probleme der Gesellschaft und damit von OSM ist.

Als eine der praktischen Dinge habe ich aber das vertaggen der neu entstehenden Corona Ambulanzen gesehen, damit diese einfacher zu finden sind (meist gehören sie ja zu größeren Krankenhauskomplexen, wo es erwünscht ist, dass die Corona Verdachtsfälle den normalen Krankenhausbereich nicht betreten) und diese z. B. für Bremen derzeit etwas unkonventionell über den alt_name bzw. alt_name:de hinzugefügt. Das ist damit ausdrücklich ein Mappen für das Geocoden, also hier Nominatim und somit gegen die Kovention. Da bin ich auch noch nicht sicher, wie man das besser machen kann. Eventuell kann es eben auch direkt als "name" mappen, so dass es auch auf den Karten gerendert wird.

Bei diesen Ambulanzen sehe ich also einen unmittelbaren Nutzen, sie werden wohl für einige Monate bestehen bleiben (sind also - hoffentlich - temporär) aber in der Anzahl nicht so groß, dass wir sie auch temporär mappen und später dann entmappen können.

Last edited by Spiekerooger (2020-03-17 08:27:13)

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#17 2020-03-17 08:54:43

Nop
Moderator
Registered: 2009-01-26
Posts: 2,577

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

TheBlackMan wrote:

Ich halte wenig davon, jetzt Öffnungszeiten bei anderen POIs oder ein access=no bei Spielplätzen u.ä. zu taggen. Die Verbote bzw. geänderten Öffnungszeiten sind nicht von Dauer. Die meisten Apps haben i.d.R. einen monatlichen Updatezyklus, so dass die jetzt erstellten Änderungen beim Nutzer im Zweifel erst ankommen, wenn die entsprechenden Beschränkungen schon wieder aufgehoben sind.

+1

Die Geoinformationen verändern sich zu 99% nicht und die aktuellen Einschränkungen sind so schnelllebig, daß die OSM-DB und die Updatezyklen der meisten Rasterkarten dafür völlig ungeeignet sind. Können sich ja im Prinzip täglich verschärfen oder verändern.

Wenn solche Infos von Nutzen sein sollen, gehören sie in eine eigene Datenbank und ein Kartenoverlay, in dem sie sofort in der aktuellen Version angezeigt werden.


Nothing is too difficult for the man who does not have to do it himself...
Projekte: Reit- und Wanderkarte mit Navigation - Kartengenerator Map Composer - GPS Track Editor Track Guru

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#18 2020-03-17 09:10:40

miche101
Member
Registered: 2008-12-16
Posts: 1,025

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

dieterdreist wrote:

beobachtet haben ist eine Zunahme des Lieferangebots.

Ja das seh ich auch... auch die möglichkeit wie Drive-In bei Bayerische Wirtschaften gibt es auch schon... sonst ToGo.. smile

https://www.merkur.de/lokales/ebersberg … 98069.html

mal schauen was bleibt smile

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#19 2020-03-17 09:22:55

GerdP
Member
Registered: 2015-12-18
Posts: 1,102

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Bin auch gegen Aktionismus. Wenn wir die Restriktionen, die durch Corona begründet werden, mappen wollten, dann könnten wir auch gleich an jedes Objekt ein paar "wie ist das Wetter" Tags drankleben und die dann regelmäßig anpassen.


Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber nur ausserhalb von Geschäften, ÖPNV, Jena, Bayern, Österreich, Spanien, na ja, eigentlich nur da, wo ich keine Maske tragen muss.

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#20 2020-03-17 09:32:09

ToniE
Member
From: Ottobrunn, Bayern, Germany
Registered: 2016-06-13
Posts: 384

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Ebenso: kein Aktionismus ...
* Die Schließungen sind nur kurzzeitig (hoffentlich).
* Die Menschen, die es angeht wohnen in der Nähe und wissen eh Bescheid
* geschlossene Läden in der Ferne sollten wenig interessant sein, da wir so verantwortungsvoll sind und so wenig wie möglich reisen
* es trifft ja alle in gleichem Maße: alle Bibliotheken sind geschlossen, alle Schulen sind geschlossen, ...


Alle Edits meiner Kommentare sind (nur) Typofixes, wenn nicht explizit anders angegeben.

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#21 2020-03-17 09:36:53

Chrysopras
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From: Baden-Württemberg
Registered: 2015-04-01
Posts: 1,514

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Wisst Ihr, was ich in den letzten Tagen an diesem Forum toll fand? Dass das Virus nur hier und da mal knapp erwähnt wurde, während es ansonsten ganz normal um die Freuden und Leiden des Mappens ging. wink Diese sachliche Normalität finde ich großartig als Gegenmittel gegen die überall lauernde Panik (siehe Hamsterkäufe). Aber nun ist er da, der erste Corona-Thread.

woodpeck wrote:

Also ich würde sagen: 1. Keine Panik, 2. kein blinder Aktionismus ("OMG ich muss zu Hause bleiben, schnell, lass mich wenigstens alle Supermärkte jeden Tag nach aktueller Nachrichtenlage umtaggen"), 3. Mapping as usual - dazu muss man in aller Regel ja nichtmal näher als 2m an andere Menschen ran.

+1. Als wichtige Mapping-Aufgabe würde ich nur das sehen, was wirklich neu entsteht, etwa (in China) neu gebaute Krankenhäuser oder (bei uns) neu eröffnete Ambulanzen. Auch sinnvoll ist es (wie in der Wochenaufgabe angesprochen), Ärzte und Apotheken zu ergänzen bzw. zu überprüfen. Aber veränderte Öffnungszeiten bzw. Schließungen zu mappen, halte ich im Moment für Zeit- und Kraftverschwendung – auch weil sich das von Tag zu Tag ändern kann. Dann mappen wir doch lieber noch ein paar fehlende Adressen, damit der Rettungswagen die auch findet …

GerdP wrote:

Wenn wir die Restriktionen, die durch Corona begründet werden, mappen wollten, dann könnten wir auch gleich an jedes Objekt ein paar "wie ist das Wetter" Tags drankleben und die dann regelmäßig anpassen.

So ist es …

Last edited by Chrysopras (2020-03-17 09:52:10)

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#22 2020-03-17 09:55:57

Heinz_V
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Registered: 2009-02-23
Posts: 161

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Wie in einem anderen thread angedeutet, habe ich eine umap-Seite gemacht mit den Kontaktdaten aller Corona Test Labore in Indien.
https://umap.openstreetmap.fr/en/map/un … map_431858
Ich verwende eine csv-Tabelle mit den vom Staat veröffentlichten Daten.
Dazu ist es nicht nötig, die Daten zu mappen.
Obwohl zugegeben: andere Mapper haben die Daten vorgestern doch per Import in OSM reingekippt. Das muss alles wieder aufgeräumt werden!!!

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#23 2020-03-17 10:05:07

dieterdreist
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From: Roma, Italia
Registered: 2010-09-22
Posts: 1,707
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Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

ich würde nicht die allgemeinen Einschränkungen mappen (also nicht alle Bibliotheken oder Theater oder Kinos oder Schulen etc. schließen in OpenStreetMap), aber sowas wie dass geliefert wird, geänderte Öffnungszeiten, geschlossene POIs aus Kategorien die eigentlich offen sein könnten, etc, würde ich durchaus mappen, selbst wenn es nur kurzfristig sein sollte.
covid19:opening_hours=* covid19:delivery=only
etc

Last edited by dieterdreist (2020-03-17 10:06:08)

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#24 2020-03-17 10:17:09

Nakaner
Moderator
From: Karlsruhe
Registered: 2011-09-03
Posts: 2,773
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Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Hallo,

Negreheb wrote:
Rogehm wrote:

Im A-Forum wurde gerade ein Kollege gesperrt, der ähnliches im Sinn hatte mit anderem Ansatz. Wenn ich hier gesperrt würde wegen diesem Thread, wäre das für mich die Verwirklichung des Unvermögens der OSM Community, auf akuten Geo-Änderungen angemessen und schnell reagieren zu können, und das kann die Community, davon bin ich überzeugt.

Er wurde nicht direkt wegen dem Thread oder dem Thema selbst gesperrt, die Diskussion ist ja sinnvoll. Er wurde wegen der Art gesperrt, WIE er die Diskussion geführt (oder eben nicht geführt hat). Das mal vorweg.

Treffender kann man es nicht beschreiben.

Zur Sachfrage selbst: Ich bin, wie ich im österreichischen Forum geschrieben habe, gegen das Ändern von Öffnungszeiten. Diese ändern sich in solchen Situationen zu oft. Die OSM-Community hat im deutschsprachigen Raum in der Vergangenheit Besonnenheit bewiesen und sich nicht zu wildem Aktionismus verleiten lassen. Ich bin daher kein Freund von speziellen covid19:*-Tags. Unsere Daten sollten seriös sein und bleiben. Zwar traue ich vielen erfahrenen Mappern zu, temporäre Objekte korrekt zu taggen. Ich befürchte aber, dass Neulinge und unerfahrenere Gelegenheitsmapper, die auf den Zug aufspringen, nicht mit der Sorgfalt tätig sind [1], wenn OSM eine große Virusmappingkampagne startet.

Derzeit relevante dauerhafte Infrastruktur und die Folgen der Krise können aber ein relevantes Thema für die OSM-Community sein/werden. Beispiele sind:

- Jetzt gibt es noch mehr Gründe Arztpraxen und andere medizinische Einrichtungen zu mappen.
- In ein paar Wochen und dann erst recht nach der Krise werden die wirtschaftlichen Folgen zahlreiche Gastronomen und sicherlich auch manches Ladengeschäft zur Geschäftsaufgabe zwingen. Manchmal war das Geschäft vorher schon nicht profitabel genug und die Krise gibt ihm den Rest, manchmal wollte der Inhaber schon altersbedingt aufgeben. Hier wäre z.B. eine Kampagne zur Nachschau bei Hotels und Gaststätten im ländlichen Raum (Stichwort Gasthaussterben) denkbar.

Alles, was aber jetzt in Zelten aufgebaut ist, wird bei der Normalisierung genauso schnell wieder abgebaut sein und bedarf daher auch jetzt keinem Mapping. Wir sind nicht Haiti oder ein anderes Entwicklungsland, wo die Hilfsorganisationen OSM benutzen (müssen), weil es nichts anderes gibt. Bei uns gibt es gewisse Strukturen und Pläne. Diese mögen zwar nicht perfekt sein, vieles wird auch improvisiert, aber es ist nicht völlig chaotisch.

Wie ToniE schon schrieb, sind diejenigen, die Informationen über temporäre Einrichtungen benötigen, diejenigen, die in der Nähe wohnen. In vermute, dass in der aktuellen Lage sich die Leute über solche Infrastruktur v.a. auf den Webseiten der Behörden und der Lokalpresse informieren. Wenn wir in dem Bereich zu mappen anfangen, interessiert sich wohl kaum jemand darum und wir selbst verschwenden nur Zeit. Da gibt es sinnvollere Aufgaben (siehe Posting von Chrysopras).

Viele Grüße

Michael

[1] weil sie es nicht besser wissen, nicht weil sie es nicht besser wollen


Werdet normales Mitglied in der OpenStreetMap Foundation für 15 Pfund pro Jahr und bestimmt über die Zukunft der Foundation und des OSM-Projekts mit. Die assoziierte Mitgliedschaft wird demnächst für aktive Mapper kostenlos werden.
Moderator im Bereich users: Austria.

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#25 2020-03-17 10:56:41

Peer van Daalen
Member
Registered: 2016-03-12
Posts: 55

Re: [CLOSED] Die Corona-Krise, eine Herausforderung für die OpenStreetMap?

Nakaner wrote:

... Zur Sachfrage selbst: ...

Bester Beitrag seit Langem hier ...

+1+1+1+1

Gilt auch für @Chrysopras!

Ich werde keinen Jota und keinen Fatz zu irgendetwas ändern, was mit Covid19 zu tun. Jedenfalls einstweilen nicht!

Übrigens sollen in China die ersten erbauten Not-Krankenhäuser schon wieder abgebaut worden sein.

Last edited by Peer van Daalen (2020-03-17 11:06:46)


Der beste Freund in der Not ist der Narr! (Johannes Daniel Falk)

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