Schreiben des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V

Die Medien nicht vergessen…

Stimmt, sorry. Die Medien spielen leider sogar eine Hauptrolle.

Vielleicht sollten mal frühzeitig Open Knowledge Foundation Deutschland, Wikimedia.de und Netzpolitik.org über die Angelegenheit informiert werden. Diese Organisationen könnten viel eher als eine Handvoll OSM-Aktiver Lobbyarbeit in Sachen Open Data leisten.

Der BDEW ist ja eine Lobbyorganisation und wäre wahrscheinlich auch in der Lage, für OSM und Open Data ungünstige Gesetzesvorlagen auf den Weg zu bringen.

Alle angesprochenen Organisationen sind übrigens auf Twitter.

Nebenbei möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass man Hydranten und Hydrantenschilder fotografieren und diese Fotos mit image, mapillary und source_ref mit dem Knoten in OSM verlinken kann (Beispiel). So könnte man im Zweifelsfall auch nachweisen, dass der Hydrant tatsächlich vor Ort erfasst wurde.

So sieht das dann aus:

https://wambachers-osm.website/emergency/#zoom=18&lat=51.438154&lon=7.329932&layer=Openstreetmap.org%20Grayscale&overlays=FFFTFFFFFFF

Und im “Bedarfsfall” einfach auf den Hydranten klicken:

Gruss
walter

Ich fürchte das ist nur ein Teil von einer größeren Aktion. Die Wasserversorger haben in letzter Zeit immer weniger Lust das Trinkwassernetz als Löschwasserversorgung zur Verfügung zu stellen, da z.B. die dafür erforderlichen Rohrdurchmesser den Anforderungen für die Trinkwasserversorgung widersprechen.
Also werden im Momente alle Möglichen und Unmöglichen Argumente dagegen hervorgeholt, und die Feuerwehr teilweise wie ein Brunnenvergifter dargestellt.
Seit ein paar Jahren gibt es zum Beispiel eine Richtlinie die Wasserentnahme nur mit Rückflußverhinderern die bestimmte Kriterien einhalten sollten als Stand der Technik ausgibt. Set letzten Jahr gibt es sogar schon einen Anbieter auf dem Markt der das in für Einsatzzwecke praktikabler Form Anbietet und wohl auch entsprechender Literleistung schafft.
Da ist die jetzige Aktion dann nur ein weiterer Puzzlestein.

Gruß Christian

Das ist sicher eine gute Idee. Haben wir jemanden, der sich mit solchen Vernetzungsaktionen auskennt bzw. die genauen Ansprechpartner schon kennt?

Ja, ich bin seit Jahren bei BMI, den Organisationen des Vermessungswesens, OKFn und Sonstigen bestens bekannt. Am Wochenende gehen die entsprechenden Mails raus. Habt bitte Verständnis, dass da viel im Hintergrund über “diplomatische” Kanäle läuft und ich nicht jede Einzelheit veröffentlichen werde. Für den direkten Informationsaustausch steht meine Adresse im Impressum von openstreetmap.de unter der Rubrik Behörden.

@DD1GJ:
Vielen lieben Dank für Dein großartiges Engagement!

Deine wichtige Rolle als unser Ansprechpartner für Behörden und Co. ist mir bekannt. Ich meinte mit meiner oben zitierten Frage allerdings (auch) die von Reclus unter #27 angeregte Vernetzung mit den anderen OpenData-Mitstreitern (Open Knowledge Foundation Deutschland, Wikimedia.de und Netzpolitik.org). Hier wusste/weiß ich nicht, ob wir auch hier einen Ansprechpartner/Vernetzer unter uns haben …

“Die” Regierung ist sich da sicherlich auch nicht einig, wie sie mit offenen Daten umgehen soll. Das Verkehrsministerium stellt in seiner mCloud (www.mcloud.de) Daten bereit, die für das Innenministerium wahrscheinlich unter Verschluss gehören.

Danke fuer die interessante Info…

Worauf begründen sich die Aussagen?

Gruß Klaus

“Keine Lust” ist nicht korrekt ausgedrückt, wie du schon selbst schreibst möchten sie nur nicht mehr Rohre in den Dimensionen wie “früher” einbauen, weil immer mehr Wasser gespart wird, und in den Rohren mit größerem Durchmesser daher nicht mehr genug Durchfluss stattfindet. Die Folge ist eine Stagnation des Wassers im Rohr und die Keimbelastung steigt. Mit der Neufassung der Trinkwasserverordnung 2001 wurde das deutlich kritischer betrachtet. Daher werden halt nur noch Rohre mit dem notwendigen Durchmesser eingebaut in denen dann ein höherer Durchfluss stattfindet, was ja auch verständlich ist. Das ist für die Feuerwehr doof, aber die Mindestanforderungen an die Löschwassermenge werden ja trotzdem noch erfüllt (wie im DVGW-Arbeitsblatt W 405 festgehalten).

Um nicht nur die halbe Geschichte zu erzählen, muss aber auch hier erwähnt werden, dass es in den letzten Jahren Feuerwehren schon mehrfach geschafft haben kontaminiertes Wasser ins Trinkwassernetz zurückzudrücken. Wasser aus unreinen Armaturen und Löschschaum aus dem Wasserhahn kommt halt nicht so gut an, und da kann ich als langjähriger Feuerwehrmann schon verstehen dass der Trinkwasserschutz auch an der Feuerwehr nicht vorüber geht. Und zwei Rückflussverhinderer (“Rückschlagklappen”) zwischen Hydrant und Löschfahrzeug finde ich jetzt dafür auch nicht sonderlich übertrieben (wer es genauer nachlesen möchte: http://www.agbf-bund.de/pdf/AGBF_DFV-Fachempfehlung_Trinkwasserschutz.pdf)

Ich wage zu behaupten, dass deine Ausführungen zum Trinkwasserschutz in keinem Zusammenhang mit dem Hydranten-nicht-mappen-Wunsch stehen.

Viele Grüße,
Christoph

Ohne Kommentar …

Gruß Klaus

Moin,

ja ich weiß, das wirkt auf den ersten Blick bei Sonnenschein etwas kurios.

Aber jetzt stell dir mal den Schieber unter 10 cm Schnee/Eis oder den Hydrant unter 50 cm Neuschnee vor.
Und dann komm mal mit auf Einsatz, wenn Du nachts um 2 aus dem Tiefschlaf gerissen nach 8 min Alarmfahrt in 2 min Wasser am Strahlrohr für die Menschenrettung haben musst, damit jener wenigstens die Chance auf Wiederbelebung ohne bleibende Schäden hat.

Klar sollen solche Einrichtungen ständig betriebsbereit gehalten werden - und Anwohner sollten das im eigenen Interesse unterstützen, statt den Schnee dort zu stapeln …
Klar wird Ortskenntnis bis zum cm-Bereich (auf welcher Seite vom Hydrant ist denn der Schieber) angestrebt - aber auch da möge jeder bitte mal vor seiner eigenen Nase kehren, nicht wahr?

Freundliche Grüße, Georg

Ich glaube, dass toc-rox damit auf folgendes hinweisen wollte:

So sieht typischerweise kein Hydrant aus, sondern das ist der Anschluss für eine Saugstelle mit fest verlegter Leitung oder einen Tiefbrunnen. Und was den Schieber angeht - die dürfen normalerweise von der Feuerwehr gar nicht bedient werden, weil keiner weiß was er denn jetzt damit ab- oder aufschiebert. Das ganze mit einem Hydrantenschild beschildert sieht dann halt etwas kurios aus.

Es handelt sich hier sicherlich um eine Einzellösung, die man heutzutage so nicht mehr neu einrichten würde, und die der Feuerwehr vor Ort besonders bekannt ist. Über die genaue Funktionsweise kann auch ich nur spekulieren, aber ich denke mal nicht dass das Rohr einfach so von der im Boden verlegten Leitung abgeht, das würde mehrere Probleme mit sich bringen. Jedenfalls wenn es an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen ist.

Viele Grüße,
Christoph

Solche Hydranten sind in ländlichen Gegenden Norddeutschlands weit verbreitet. Beim Dorffest hängen an dieser Konstruktuion dann freischwebend Reduzierstücke, Wasserzähler und Mehrfachverteiler für die blauen Trinkwasserschläuche …

Das Foto sollte verdeutlichen, dass (lebenrettende) Hydranten jederzeit gut auffindbar sein sollten. Georg hat das mit seinem Kommentar ja auch nochmal klar gemacht. Insofern kann man über den Geheimhaltungsansatz des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V nur den Kopf schütteln.

Für mich stellt sich allerdings die Frage, wer denn überhaupt die öffentlichen OSM-Hydrantendaten nutzt? Wenn ja, wie und in welcher Form? Und wäre es nicht prinzipiell besser, die den Feuerwehren intern vorliegenden Hydrantendaten zu verwenden?

Gruß Klaus

Seht ihr den Unterschied zwischen “Wenn ich an jedem einzelnen Hydranten vorbeifahre kann ich mir ein Netz der Trinwasserversorgung nach 5 Jahren sowieso zusammenreimen!” und “Mit einer einzelnen Abfrage kann ich übers Internet das ganze Netz abfragen!” echt nicht?

Nicht das ich den Aktionismus von KRITIS da sinnvoll fände, aber es ist halt ein Unterschied ob die Daten analog und räumlich verteilt oder digital zentral vorhanden sind.

Auf der diesjährigen FOSSGIS wurde ein Projekt vorgestellt mit dem dynamisch Einsatzkarten für die freiwillige Feuerwehr aus OSM-Daten generiert werden. Die Karten werden dabei für jeden Einsatz automatisch anhand der jeweiligen Einsatzmeldung generiert. Das Verfahren ist nicht perfekt aber ein großer Fortschritt. Bis dahin gab es nur statische Karten für wenige, besonders gefährdete Objekte und ansonsten hatte man keine Ahnung was einen erwartet und musste das erst vor Ort durch Augenschein in Erfahrung bringen. Den ganzen Vortrag gibt es hier:

https://www.youtube.com/watch?v=1__IjaP1EY8

Natürlich sind die Daten so einfacher nutzbar, das ist ja auch Sinn der Sache. Die Frage ist:

Sind offen ersichtliche Daten über Objekte in der Öffentlichkeit überhaupt rechtlich schützbar? Bisher zum Glück für OSM nicht, aber das wäre auch sehr absurd.

Ist es für gezielte Angriffe auf die Trinkwasserversorgung wirklich nötig, alle Hydrantenstandorte zu kennen? Braucht man dafür wirklich Informationen, die sich nicht mit vertretbarem Zeitaufwand auskundschaften lassen, insbesondere wenn man bedenkt, dass schon für einfache Einbrüche Häuser wochenlang ausgekundschaftet werden.

Es ist völlig illusorisch anzunehmen, man könnte Infrastruktur schützen, indem man öffentlich sichtbare Informationen geheim hält und darauf vertraut, dass die niemand sammeln und zusammen führen kann. So ein Denken ist in der analogen Welt der 90er beheimatet. In 5 Jahren kauft man sich einfach eine billige 360°-Kamera, montiert die auf dem Autodach, fährt einmal die Hauptstraßen im Viertel ab und lässt die Analysesoftware drüber laufen und schon hat man alle Hydrantenstandorte mit wenigen Stunden Aufwand => Sicherheit im Eimer.

Wir können nur alle zu unser Sicherheit hoffen der BDEW erkennt möglichst früh, dass er auf dem Holzweg ist und macht sich frühzeitig über ernst zunehmende Sicherheitsmaßnahmen Gedanken. Sonst wird er es wohl auf die harte Tour lernen müssen.