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Please create new topics on the new site at community.openstreetmap.org. We expect the migration of data will take a few weeks, you can follow its progress here.***
#26 2015-11-04 10:50:50
- woodpeck
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Oder auf den Punkt gebracht: Wenn jemand Auszüge aus OSM verkauft, muss er das Verfahren (oder die Daten) der Allgemeinheit zur Verfügung stellen?
Nein.
Derjenige, der Auszüge aus OSM "öffentlich nutzt" (wobei "öffentlich" hier auch ein geschlossener Kundenkreis oder ein einzelner Kunde sein kann, und wobei "nutzen" heisst, dass man entweder einen Datenbankauszug oder ein aus der Datenbank abgeleitetes Werk weitergibt), der muss dem "Empfänger" (also die Person/en, aus denen im konkreten Fall die "Öffentlichkeit" besteht) auf Anfrage die Daten (oder eine Differenzlieferung oder Prozessbeschreibung) unter der ODbL zur Verfügung stellen. Nicht jedoch der Allgemeinheit!
Wenn die Geofabrik also zum Beispiel einem Kunden ein Shapefile verkauft, dann ist dieser eine Kunde hier die "Öffentlichkeit". Das Shapefile ist eine Datenbank, die unter ODbL steht. Die Geofabrik hat also ihrer Pflicht genüge getan, indem sie die Datenbank an diesen Kunden unter ODbL herausgibt; sie muss weder diesem Kunden die Software liefern, mit der die Datenbank erstellt wurde, noch muss sie irgendjemandem sonst dieses Shapefile zur Verfügung stellen. Aber der Kunde könnte, wenn er wollte, die Daten auf einer Webseite der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung stellen, das gestattet ihm ja die ODbL.
Wenn die Geofabrik ein Shapefile nicht einem speziellen Kunden, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung stellt (wie es ja auf dem Downloadserver geschieht), so muss die Datenbank unter ODbL auch jedem Mitglied dieser Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden (was ja trivialerweise bereits erfüllt ist).
Würde die Geofabrik ein aus dem Shapefile abgeleitetes "produced work", z.B. ein Kartenbild wie auf http://www.geofabrik.de/data/shapefiles.html, veröffentlichen, so müsste sie auf Anfrage das zugrundeliegende Shapefile ebenfalls herausgeben (im konkreten Fall trivialerweise durch einen Link unterhalb des Bildes umgesetzt).
Es ist also ganz ähnlich wie bei der GNU-Lizenz: Wenn Du eine Verbesserung am GNU-C-Compiler programmierst und diesen verbesserten Compiler jemandem verkaufst, dann musst Du demjenigen auch den verbesserten Sourcecode geben (nicht aber der Allgemeinheit); derjenige, der das von Dir kauft, dürfte dann aber qua GPL, wenn er will, Deinen Code der Allgemeinheit geben.
Bye
Frederik
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#27 2015-11-04 11:14:01
- SammysHP
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Danke für die Erklärung!
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#28 2015-11-04 11:15:36
- Gehrke
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Derjenige, der Auszüge aus OSM "öffentlich nutzt" (wobei "öffentlich" hier auch ein geschlossener Kundenkreis oder ein einzelner Kunde sein kann, und wobei "nutzen" heisst, dass man entweder einen Datenbankauszug oder ein aus der Datenbank abgeleitetes Werk weitergibt), der muss dem "Empfänger" (also die Person/en, aus denen im konkreten Fall die "Öffentlichkeit" besteht) auf Anfrage die Daten (oder eine Differenzlieferung oder Prozessbeschreibung) unter der ODbL zur Verfügung stellen. Nicht jedoch der Allgemeinheit!
Soweit einleuchtend. Was ist nun, wenn der Empfänger (der Kunde) den Auszug oder ein "produced work" daraus veröffentlicht - z.B. auf seiner Website? Muss dann der Kunde auf Anfrage der Webseitenbesucher, die zugrundeliegenden Daten oder den Algorithmus hierfür herausgeben - obwohl er das ja nicht selbst gemacht hat? Das würde für den Kunden ja eine zumindest operativ/organisatorisch unzumutbare Belastung sein - und entsprechend abschreckend.
Last edited by Gehrke (2015-11-04 12:00:02)
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#29 2015-11-04 11:28:06
- woodpeck
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Was ist nun wenn der Empfänger (der Kunde) den Auszug oder ein "produced work" daraus veröffentlicht - z.B. auf seiner Website? Muss dann der Kunde auf Anfrage der Webseitenbesucher, die zugrundeliegenden Daten oder den Algorithmus hierfür herausgeben - obwohl er das ja nicht selbst gemacht hat? Das würde für den Kunden ja eine zumindest operativ/organisatorisch unzumutbare Belastung sein - und entsprechend abschreckend.
Ja, das muss er - wenn der Kunde z.B. aus dem Shapefile ein Bild rechnet und im Web darstellt, müsste er das Shapefile auf Anfrage zur Verfügung stellen, und wenn ihm das zu lästig ist, eben auf einer eigenen Webseite anbieten oder so.
Bye
Frederik
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#30 2015-11-04 12:03:44
- Gehrke
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Ja, das muss er - wenn der Kunde z.B. aus dem Shapefile ein Bild rechnet und im Web darstellt, müsste er das Shapefile auf Anfrage zur Verfügung stellen
Ok. Das ist ja nicht so das Problem, weil er das Shapefile selbst hat. Muss er das Shapefile auch selbst zur Verfügung stellen, wenn er es nicht hat, weil er nur das "produced work" beauftragt hat?
Last edited by Gehrke (2015-11-04 12:04:26)
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#31 2015-11-05 13:49:53
- woodpeck
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
woodpeck wrote:Ja, das muss er - wenn der Kunde z.B. aus dem Shapefile ein Bild rechnet und im Web darstellt, müsste er das Shapefile auf Anfrage zur Verfügung stellen
Ok. Das ist ja nicht so das Problem, weil er das Shapefile selbst hat. Muss er das Shapefile auch selbst zur Verfügung stellen, wenn er es nicht hat, weil er nur das "produced work" beauftragt hat?
Ja, wobei der, der ihm das "produced work" verkauft hat, ja seinerseits in der Pflicht zur Lieferung des Shapefiles (oder anderer Datenbank-Vorlage) ist, d.h. wenn eine solche Anfrage kommt, würde der Veröffentlicher des Produced Work einfach zum Lieferanten gehen und sagen "gib mal her, ich hab da einen, den das interessiert", bzw. vielleicht hat der Lieferant ihm ja auch gleich angeboten, dass er sich um solche Anfragen kümmert.
Bye
Frederik
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#32 2015-11-06 13:39:35
- tbsprs
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Das Projekt "GEOLODI - Marktplatz für Geodaten" wird am 18. November 2015 auf dem GFZ GISday in Potsdam vorgestellt.
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#33 2015-11-12 01:05:39
- Allroads
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Ich lese dieser Materie.
Beim ein mischung von eigene daten und osm daten, im ein file, produced work, muss dann auch der eigene data mitgeliefert werden. Beim verkauft an kunde oder veröffentlicht. Wenn dann eine Anfrage ist.
Man kann nicht wissen, was osm data und andere data ist. (der empfänger).
Last edited by Allroads (2015-11-12 10:29:45)
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#34 2015-11-12 01:15:04
- BeKri
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Ich lese dieser Materie.
Beim ein mix von eigene data und osm data, im eine file, produced work, muss dann auch der eigene data mitgeliefert werden. Verkauft an kunde oder veröffentlicht
Mann kann nicht wissen was osm data und andere data ist.
Ich nix verstehe diese Beitrag.
Sorry, geht es bitte in schlechte Englisch oder irgendwie anders
oder dürfen wir uns an radesprecht deutsch in users:Germany gewöhn ?
Ich weiss ja nicht, aus welcher Ecke dieser "Übersetzungs-Olm" kommt,
aber wenn das die Zukunft ist ... danke !
Gruss BeKri
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#35 2015-11-12 01:40:28
- Allroads
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Edit oben.
Groeten uit Nederland.
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#36 2015-11-12 08:48:46
- Gehrke
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Allroads wrote:Ich lese dieser Materie.
Beim ein mix von eigene data und osm data, im eine file, produced work, muss dann auch der eigene data mitgeliefert werden. Verkauft an kunde oder veröffentlicht
Mann kann nicht wissen was osm data und andere data ist.Ich nix verstehe diese Beitrag.
Es geht wohl um die Vermischung von OSM-Daten mit anderen Daten - zum Beispiel Unternehmensdaten auf einer OSM-Karte.
Die Frage kommt ja immer wieder auf. Aber Verwirrung und Unsicherheit bleiben - entsprechend auch der Erfolg von OSM in Unternehmen.
Prinzipiell ist wohl zu unterscheiden zwischen OSM-relevanten und OSM-komplementären Daten. Letztere gehören nicht in OSM und sind daher auch nicht unter ODbL zu stellen, richtig? Die genaue Definition von "komplementär" ist mir aber auch unklar. Was ist etwa mit Grenzdaten o.ä., die unter einer OSM-inkompatiblen Lizenz stehen (also fast alle). Darf ich die mit OSM-Daten in Werken oder eigenen Datenbanken mischen oder muss ich dann auf OSM ganz verzichten?
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#37 2015-11-12 10:02:40
- SimonPoole
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
.....
Prinzipiell ist wohl zu unterscheiden zwischen OSM-relevanten und OSM-komplementären Daten. Letztere gehören nicht in OSM und sind daher auch nicht unter ODbL zu stellen, richtig? Die genaue Definition von "komplementär" ist mir aber auch unklar. Was ist etwa mit Grenzdaten o.ä., die unter einer OSM-inkompatiblen Lizenz stehen (also fast alle). Darf ich die mit OSM-Daten in Werken oder eigenen Datenbanken mischen oder muss ich dann auf OSM ganz verzichten?
"Historisch" hat man versucht die Problematik via "wollen wir in OSM haben" resp. "wollen wir nicht" zu lösen, dies hat sich, eigentlich schon vor langem, als Sackgasse erwiesen. Aktuell versuchen wir dies duch den "alles oder nichts" Ansatz zu lösen, siehe den Horizontal-Layers Guideline und die aktuell zur Diskussion stehende Meta-Daten/Collectivie Database Richtlinie.
Bei beiden ist der Grundsatz: entweder nimmt man zu einem real existierenden Objekt, nur die OSM Objekte, oder nur die aus dem eigenen Datensatz. Zum Beispiel extrahiert man eine Strassennetzwerk aus OSM und verwendet dazu Tankstellen aus seinem eigenen Datensatz, dann kann man fehlende Tankstellen nicht aus OSM ergänzen ohne dann das Resultat ganz unter die ODbL zu stellen.
Simon
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#38 2015-11-15 13:16:47
- WikiEnergy
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Aktuell versuchen wir dies duch den "alles oder nichts" Ansatz zu lösen, ...
Das finde ich manchmal ungerecht. Wenn ich Daten mit Geobezug (z.B. PLZ oder Adresse als Geoinformation) irgendwo gekauft habe, diese weiterveredeln möchte, und nur einen einzigen Geobezug mittels OSM (dann ohne weitere Attribute!) verifiziert habe, muß ich dann den gesamten von mir veredelten Datensatz unter ODbL stellen.
In diesem Fall stimmt in meinen Augen etwas an der Verhältnismäßigkeit nicht.
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#39 2015-11-15 13:23:20
- hfst
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
SimonPoole wrote:Aktuell versuchen wir dies duch den "alles oder nichts" Ansatz zu lösen, ...
Das finde ich manchmal ungerecht. Wenn ich Daten mit Geobezug (z.B. PLZ oder Adresse als Geoinformation) irgendwo gekauft habe, diese weiterveredeln möchte, und nur einen einzigen Geobezug mittels OSM (dann ohne weitere Attribute!) verifiziert habe, muß ich dann den gesamten von mir veredelten Datensatz unter ODbL stellen.
In diesem Fall stimmt in meinen Augen etwas an der Verhältnismäßigkeit nicht.
Es fehlt die Möglichkeit, dass gegen eine andere Gegenleistung der veredelte Datensatz nicht unter ODbL gesetzt werden muss.
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#40 2015-11-15 13:32:18
- Gehrke
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
Wenn ich Daten mit Geobezug (z.B. PLZ oder Adresse als Geoinformation) irgendwo gekauft habe, diese weiterveredeln möchte, und nur einen einzigen Geobezug mittels OSM (dann ohne weitere Attribute!) verifiziert habe, muß ich dann den gesamten von mir veredelten Datensatz unter ODbL stellen.
Was wegen der Lizenz der anderen Daten wohl gar nicht erlaubt wäre.
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#41 2015-11-15 14:15:30
- WikiEnergy
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Re: Geld scheffeln mit OpenData
WikiEnergy wrote:Wenn ich Daten mit Geobezug (z.B. PLZ oder Adresse als Geoinformation) irgendwo gekauft habe, diese weiterveredeln möchte, und nur einen einzigen Geobezug mittels OSM (dann ohne weitere Attribute!) verifiziert habe, muß ich dann den gesamten von mir veredelten Datensatz unter ODbL stellen.
Was wegen der Lizenz der anderen Daten wohl gar nicht erlaubt wäre.
Das trifft nicht immer zu. ![]()
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