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Please create new topics on the new site at community.openstreetmap.org. We expect the migration of data will take a few weeks, you can follow its progress here.***
#26 2016-12-08 11:38:16
- streckenkundler
- Member
- From: Lübben (Spreewald)
- Registered: 2012-08-09
- Posts: 5,164
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Re: Rhön: Sternsküppel und alte Karten
Es fehlt aber deutlich an verwendbaren Referenzpunkten. Meine Erfahrung: Viele Kirchenbauten auf dem Land entstanden erst im 19. Jh. und entfallen somit als Referenzpunkte. Was in der Regel ganz gut funktioniert sind einerseits Mühlen - diese sind oft deutlich älter als Kirchen. Zum anderen sind kleine Dorfstraßen mit Kreuzungen oft ziemlich gut. Die Hauptstraßen weniger - diese werden oft irgendwann begradigt und liegen dann schnell mal 10-20m neben dem ursprünglichen Verlauf. Schmale Straßen im Ortskern hingegen bleiben oft an Ort und Stelle und anhand der Kreuzungen kann man gut referenzieren.
Das Schöne ist, man bekommt immer sehr viel Regionalgeschichte mit.
In unserer Brandenburgischen Pampa passt das mit den Kirchen recht gut, diese sind gerne mal >200-300 Jahre alt. Ja und wenn die neuer sind, sind diese an der alten Stelle errichtet. Was aber kritisch ist: Straßen... Viele Chausseen in Brandenburg sind erst ab Mitte des 19ten Jahrhunderts gebaut worden, sind also in älteren Karten nicht drin, oder es sind Straßenverläufe drin, die dann so nicht gebaut wurden. Taugen also nur bedingt. Mühlen... da haben wir in unserer Brandenburgischen Pampa zwar einige, viele sind aber auch gar nicht mehr existent.
Ja, Straßen in Ortslagen gehen oft recht gut. Gelegentlich finden sich dann Wegekreuzungen oder Weg-Wasser-Kreuzungen in der freien Landschaft, da schaue ich aber erst zum Schluß.
Gut ist es immer, wenn man von einem Gebiet Karten unterschiedlicher Zeiten hat, z.B. 1787, dann 1820, dann 1846, und dann 1902. Man kann dann von 1902 an rückwärtsgehend die nächst ältere referenzieren.
Sven
Last edited by streckenkundler (2016-12-08 11:38:52)
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#27 2016-12-08 20:27:55
- Taunide
- Member
- Registered: 2011-02-23
- Posts: 498
Re: Rhön: Sternsküppel und alte Karten
Wenn man es mit einem Kartenwerk aus mehreren Blättern zu tun hat, macht in meinen Augen nichts anderes Sinn als die Kalibrierung nach Eckpunkten. Sonst kriegt man die Blattkanten nie parallel. Kriegt man die Ecken nicht passend zueinander, hat man eh etwas falsch gemacht.
Man muss unterscheiden zwischen Kalibrierung und Rektifizierung. Das sind zwei paar Schuh. Letzteres erfordert sehr viel Aufwand und ist nach meiner Erfahrung selten wirklich lohnend. Es sei denn es wird bezahlt...
Selbst die KDR100 in der Ausgabe 1893 hat Ungenauigkeiten von bis zu 1/2km. Bei dem Maßstab der Karte sind das ja "nur" 5mm. Die Preußische Generalstabskarte, die auch recht gut zu kalibrieren ist, noch wesentlich mehr.
Da wir es aber meistens mit Scans von Papierkarten zu tun haben, liegen die größten Fehler meist schon im Scan (Verzeichnung), wenn nicht schon im Druck oder wellig gewordenen Papier.
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#28 2016-12-10 11:06:00
- lutz
- Member
- Registered: 2007-08-18
- Posts: 1,620
- Website
Re: Rhön: Sternsküppel und alte Karten
Hallo,
zur Georeferenzierung von Meßtischblättern, eignet sich auch der Freehand Georeferenzer von Qgis:
http://gk.historic.place/videos/Freehan … _Qgis.mpeg
Grüße von Lutz
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