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#26 2015-06-24 18:17:41

streckenkundler
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From: Lübben (Spreewald)
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Re: Zweisprachige Gebiete

Die amtliche Gültigkeit der Zweisprachigkeit lässt sich für Brandenburg an Grenzen festmachen. Das hatte ich oben schon geschrieben. Das Problem ist aber, daß im derzeitigen Stand der Grenzerfassung für die Niederlausitz sich keine Grenze ermitteln läßt, da z.B. für Forst die Ortsteilgrenzen fehlen. Analog ist es bei 2 oder 3 weiteren Gemeinden so.
Gäbe es diese Ortsteilgrenzen, wäre eine Grenze längst drin.

Andererseits werden z.B. auch z.B. im Brandenburg-Viewer die Ortsnamen nicht immer gerendert:
http://bb-viewer.geobasis-bb.de/?zoom=4 … FFFFFFTTTF

Zu den Namensdopplungen... Aus datentechnischer Sicht ist es unschön, wenn ein Feld mit zwei verschiedenen Werten gefüllt ist. Gerade Namen sind da ein schönes Beispiel. Wenn man z.B. eine Namensauswertung in Hinblick auf die Herkunft des Namens machen will stößt man auf grundsätzliche Probleme, wenn zwei verschiedene Werte (in dem Fall Namen unterschiedlicher Sprachherkunft) vorfindet. Einen für solche Auswertung verwendbaren Namen findet man z.B. am ehesten im sorbischen Namen, der Deutsche interessiert da meist nicht: mal ein paar deusche Namen als Stichworte: Jessern, Dubrau, Briesen, Burg...

Da ich auch mit offiziellen digitalen Daten des Landes Brandenburg dienstlich zu tun habe, kann ich dir versichern, daß in deren Datenbanken die sorbischen Namen auch in getrennten Feldern stehen. Die Zusammenführung beider amtlichen Namen passiert erst beim Kartenrendering durch Darstellungsregeln.

Sven

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#27 2015-06-24 18:25:16

Tordanik
Moderator
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Re: Zweisprachige Gebiete

J budissin wrote:

1. Der name-Tag ist sprachlich undefiniert. Nach meinem Verständnis soll er den amtlichen Namen des Ortes beinhalten.

Das halte ich für falsch. Der name-Tag ist als "the common default name" definiert. Also handelt es sich eben nicht um den amtlichen Namen, sondern den gängigen. (Auch die Einzahl beachten!) Von daher schießen deine Erklärungen über die amtlichen Vorgaben am Ziel vorbei.

Im OSM-Wiki heißt es: "For disputed areas, please use the name as displayed on e.g. street signs for the name tag." Das wären in unserem Fall beide.

Bei den sorbischen Siedlungsgebieten handelt nicht um den typischen Fall von "disputed areas". Dabei geht es um Fälle, wo z.B. mehrere Länder den Anspruch auf ein Gebiet erheben. In dem Fall wird auf die örtliche Beschilderung als Indiz der tatsächlichen Herrschaft über das Gebiet zurückgegriffen.

Was du auch weggelassen hast, ist der nächste Satz: "Put all alternatives into either localized name tags [...] or the variants". Das ist für mich schon ein starker Hinweis, das eben nur ein Name in name soll, und der Rest in andere Tags.

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#28 2015-06-24 18:42:23

Nakaner
Moderator
From: Karlsruhe
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Re: Zweisprachige Gebiete

Hallo,

die Versuche von Jochen Topf bzgl. mehrsprachiger Karten, bei denen ein User auswählen, welche Sprache er sehen möchte, kennt ihr? Das Projekt wurde von Wikimedia Deutschland finanziert, wurde aber (vermutlich mangels weiterer Finanzierung) nicht weitergeführt.

http://blog.openstreetmap.de/blog/2012/ … gual-maps/
https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Mul … ia_project
http://mlm.jochentopf.com/
https://lists.openstreetmap.org/piperma … 99903.html

Die Zukunft liegt aber nicht in der Welt der Rasterkacheln, auch wenn dieses System mittlerweile ausgereift ist. Stattdessen heißt die Zukunft wohl eher Vektortiles (oder eine Mischung aus beidem). Dort erhält der Client Vektordaten (ggf. generalisiert und meistens thematisch gefiltert). Das Rendering erfolgt im Browser, so kann man dann auch einer großen Anzahl an Clients für wenig Geld (d.h. mit weniger Servern) zig verschiedene Dienste anbieten. Als Vektorrenderer fallen mir gerade Kothic.js (von der OpenRailwayMap früher und bald wieder produktiv eingesetzt [1]) und Mapbox GL ein. Bei letzterem weiß ich aber nicht, ob das auch nutzbar ist. Zu Kothic.js sei angemerkt, dass die Daten als unkomprimiertes, ungeneralisiertes GeoJSON über die Leitung gehen und daher niedrige Zoomstufen sehr lange zum Download brauchen. Das Rendering selbst geht recht fix.

Viele Grüße

Michael


[1] Vektortilerendering-Demo, produktives Rastertile-Rendering


Ein aussagekräftiger Änderungssatzkommentar gehört zum guten Ton.
Moderator im Bereich users: Austria.

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#29 2015-06-24 19:24:33

J budissin
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From: Budyšin, Lusatia, Germany
Registered: 2015-06-23
Posts: 67

Re: Zweisprachige Gebiete

Nakaner wrote:

die Versuche von Jochen Topf bzgl. mehrsprachiger Karten, bei denen ein User auswählen, welche Sprache er sehen möchte, kennt ihr? Das Projekt wurde von Wikimedia Deutschland finanziert, wurde aber (vermutlich mangels weiterer Finanzierung) nicht weitergeführt.

Ja, das kenne ich. Aber auch da lässt man sich ja am Ende eine einsprachige Karte ausgeben. Die Möglichkeit, mir eine einsprachig deutsche oder einsprachig sorbische Karte ausgeben zu lassen, habe ich ja so auch schon.

Was Brandenburg angeht (Sven): Die Regelung in der Kommunalverfassung gibt es so erst seit letztem Jahr. Seitdem sollen die Ortsnamen tatsächlich zweisprachig geführt werden, so dass nach dieser Regelung "Cottbus/Chóśebuz" der amtliche Name der Stadt ist.

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#30 2015-06-24 19:33:45

4rch
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Registered: 2013-06-20
Posts: 654

Re: Zweisprachige Gebiete

J budissin wrote:
Nakaner wrote:

die Versuche von Jochen Topf bzgl. mehrsprachiger Karten, bei denen ein User auswählen, welche Sprache er sehen möchte, kennt ihr? Das Projekt wurde von Wikimedia Deutschland finanziert, wurde aber (vermutlich mangels weiterer Finanzierung) nicht weitergeführt.

Ja, das kenne ich. Aber auch da lässt man sich ja am Ende eine einsprachige Karte ausgeben. Die Möglichkeit, mir eine einsprachig deutsche oder einsprachig sorbische Karte ausgeben zu lassen, habe ich ja so auch schon.

Die MLM kann auch zweisprachig: "You can also add a second language in parentheses by writing something like "fr|de" or "fr|_"."

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#31 2015-06-26 09:12:37

J budissin
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From: Budyšin, Lusatia, Germany
Registered: 2015-06-23
Posts: 67

Re: Zweisprachige Gebiete

Tordanik wrote:

Der name-Tag ist als "the common default name" definiert. Also handelt es sich eben nicht um den amtlichen Namen, sondern den gängigen. (Auch die Einzahl beachten!)

Ok, dann habe ich das falsch interpretiert. Was bedeutet das für folgende Fälle (es geht um die Straßennamen):

https://commons.wikimedia.org/wiki/File … hilder.JPG
https://commons.wikimedia.org/wiki/File … Danska.JPG

Was ist da der "common default name"?

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#32 2016-10-11 20:06:56

uvi
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From: Mittelsachsen
Registered: 2012-04-26
Posts: 691

Re: Zweisprachige Gebiete

Ich will dieses Thema noch einmal aufgreifen. Ich bin seit einiger Zeit wieder mal hier in der Lausiitz unterwegs und habe festgetsellt, dass verschiedene Navigatoren den (deutsch sorbischen Doppel-)Namen ansagen, die Namen aber sehr lustig klingen. Das ist sicher nicht im Interesse unserer sorbisch-sprachigen OSM-ler, denn damit wird die Sprache eher entstellt und lächerlich gemacht als gefördert.

Außerdem gebe ich zu bedenken, dass zum Beispiel die Stadt Bautzen nach dem amtlichen Gemeindeverzeichnis Sachsens (https://www.lds.sachsen.de/index.asp?ar … _KRS=14625)  "Bautzen" heißt und den Präfix "Große Kreisstadt" trägt. Auch wenn die Stadt sich per Satzung verpflichtet, die sorbische Sprache und Kultur zu fördern (http://www.bautzen.de/dokumente/sorbischeSatzung.pdf) und den sorbischen Namen parallel zu tragen, ist "(Große Kreisstadt) Bautzen" der offizielle Name. Deshalb sollte  "name=Bautzen" ausreichend sein. Dies trifft ausnahmslos auf alle Ortsteile und Orte der näheren Umgebung zu.

Anmerkung: Ich kenne auch das Wiki, kann mich aber (unter Verweis auf das tatsächlich amtliche Gemeindeverzeichnis) damit nicht anfreunden. Denn m.E. ist amtlich richtig.

Auch in anderen Regionen Deutschlands werden im übrigen Minderheiten mit ihren sprachlichen Besonderheiten gefördert (zb. das Friesische), die Orte tragen Namen parallel. Dort gibt es aber nicht solche entstellenden Kuriositäten.

Beste Grüße
Uwe

edit: Rechtschreibung

Last edited by uvi (2016-10-11 20:39:09)

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#33 2016-10-11 20:38:55

ChristianSW
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Registered: 2015-02-23
Posts: 482

Re: Zweisprachige Gebiete

uvi wrote:

Ich will dieses Thema noch einmal aufgreifen. Ich bin seit einiger Zeit wieder mal hier in der Lausiitz unterwegs und habe festgetsellt, dass verschiedene Navigatoren den (deutsch sorbischen Doppel-)Namen ansagen, die Namen aber sehr lustig klingen. Das ist sicher nicht im Interesse unserer sorbisch-sprachigen OSM-ler, denn damit wird die Sprache eher entstellt und lächerlich gemacht als gefördert.

Diese Doppelnamen sind also eher für die visuelle Kartendarstellung geeignet. Navigatoren werden davon ausgehen, einen deutschsprachigen Namen auszulesen. Weiß jemand, wie die Sprachausgabe genau funktioniert?

Nach wie vor denke ich, dass Mehrsprachigkeit in OSM eher über Wikidata gelöst werden kann. Dort können nicht nur Namen in verschiedenen Sprachen strukturiert eingepflegt und ausgelesen werden, sondern auch deren Aussprache gemäß dem Internationalen Phonetischen Alphabet.

Bitte mal hier bis zur Rubrik "IPA transcription" scrollen: https://www.wikidata.org/wiki/Q64


Viele Grüße, Christian

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#34 2016-10-11 21:13:49

uvi
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From: Mittelsachsen
Registered: 2012-04-26
Posts: 691

Re: Zweisprachige Gebiete

ChristianSW wrote:

Diese Doppelnamen sind also eher für die visuelle Kartendarstellung geeignet.

Scheint so, also: Mapping für den Renderer (in diesem Falle OSM.org).

Da sollten doch besser OSM.org oder openstreetmap.de anhand einer Grenze des sorbischsprachigen Gebietes wissen: Hier muss ich auch name:hsb parallel anzeigen. Sonst wird es Murks. Denn Openstreemap.de zeigt nur (richtig, weil in name:de) "Bautzen" und das ist ja bestimmt auch nicht im Interesse des Themenerstellers und der "Förderung der sorbischen Sprache und Kultur".

Gruß Uwe

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#35 2016-10-11 22:56:13

Garmin-User
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Registered: 2009-10-01
Posts: 624

Re: Zweisprachige Gebiete

ChristianSW wrote:

Diese Doppelnamen sind also eher für die visuelle Kartendarstellung geeignet. Navigatoren werden davon ausgehen, einen deutschsprachigen Namen auszulesen. Weiß jemand, wie die Sprachausgabe genau funktioniert?

Für Ansagen wird genau der Text verwendet, welcher in der Karte am jeweiligen Element hinterlegt ist. Der landestypische(!) Name muss also schon bei der Kartenerstellung ausgewählt sein. (Vielleicht ein klareres Beispiel: Die "Topo Deutschland" navigiert mit den deutschen Namen, obwohl der Tourist vielleicht Englisch am Navi eingestellt hat, was sich nur auf's Menü und die Anweisungen "left turn to Schulstraße" auswirken darf.)

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#36 2016-10-11 23:16:34

kreuzschnabel
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Registered: 2015-07-03
Posts: 5,734

Re: Zweisprachige Gebiete

Garmin-User wrote:
ChristianSW wrote:

Diese Doppelnamen sind also eher für die visuelle Kartendarstellung geeignet. Navigatoren werden davon ausgehen, einen deutschsprachigen Namen auszulesen. Weiß jemand, wie die Sprachausgabe genau funktioniert?

Für Ansagen wird genau der Text verwendet, welcher in der Karte am jeweiligen Element hinterlegt ist. Der landestypische(!) Name muss also schon bei der Kartenerstellung ausgewählt sein.

In Osmand kann man die bevorzugte Sprache für a) Anwendung und b) Kartendarstellung separat voneinander einstellen. Natürlich könnten anderen Systeme noch flexibler sein und bei englischer Oberfläche einen deutschen Namen französisch in die Karte setzen und in der Abbiegeanweisung italienisch aussprechen, sofern diese Versionen alle im Kartenmaterial vorliegen.

Solche Diskussionen ergeben nur Sinn, wenn man dazusagt, welche Anwendung genau man meint. „Navigatoren werden davon ausgehen“ ist zu unscharf, die ticken zu unterschiedlich.

--ks

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#37 2016-10-12 05:22:42

uvi
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From: Mittelsachsen
Registered: 2012-04-26
Posts: 691

Re: Zweisprachige Gebiete

Ich habe die Frage maßgeblich deshalb noch einmal aufgeworfen, weil amtlich eben nicht der Doppelname richtig ist, auch wenn er am Ortseingangsschild so steht. Alles andere (zum Beispiel Kuriositäten bei der Ansage) sind dann (nicht nur bei Ortsnamen, sondern auch bei Straßennamen) Folgeerscheinungen, die bei einer klaren richtigen Regelung (angelehnt an die amtlich richtigen Bezeichnungen) vermeidbar wären.

Am allgemeinen glaube ich auch, dass sorbischsprachige Anwender der OSM.org und auch von Navigatoren (zb. OSMAND) durchaus mit den deutschen Bezeichnungen der Straßen- und Ortsnamen etwas anzufanngen wissen, sonst wären sie ja in der Landeshauptstadt Dresden auf einen Übersetzer angewiesen.

Gruß Uwe

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#38 2016-10-12 06:50:36

ChristianSW
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Registered: 2015-02-23
Posts: 482

Re: Zweisprachige Gebiete

uvi wrote:

Ich habe die Frage maßgeblich deshalb noch einmal aufgeworfen, weil amtlich eben nicht der Doppelname richtig ist, auch wenn er am Ortseingangsschild so steht.

Ja, denn es sind zwei Namen.

kreuzschnabel wrote:

„Navigatoren werden davon ausgehen“ ist zu unscharf, die ticken zu unterschiedlich.

Ja. Generell halte ich mehr von der strukturierten Variante, also name:LC=* Uwe hat dafür ein Argument mehr geliefert.


Viele Grüße, Christian

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#39 2016-10-12 07:02:35

ChristianSW
Member
Registered: 2015-02-23
Posts: 482

Re: Zweisprachige Gebiete

Garmin-User wrote:
ChristianSW wrote:

Diese Doppelnamen sind also eher für die visuelle Kartendarstellung geeignet. Navigatoren werden davon ausgehen, einen deutschsprachigen Namen auszulesen. Weiß jemand, wie die Sprachausgabe genau funktioniert?

Für Ansagen wird genau der Text verwendet, welcher in der Karte am jeweiligen Element hinterlegt ist. Der landestypische(!) Name muss also schon bei der Kartenerstellung ausgewählt sein. (Vielleicht ein klareres Beispiel: Die "Topo Deutschland" navigiert mit den deutschen Namen, obwohl der Tourist vielleicht Englisch am Navi eingestellt hat, was sich nur auf's Menü und die Anweisungen "left turn to Schulstraße" auswirken darf.)

Danke für den Einblick. Kreuzschnabel hat ja schon davor gewarnt, nicht zu sehr zu verallgemeinern. Prinzipiell lassen sich doch auch mehrsprachige digitale(!) Karten realisieren?

Edit: neuere Diskussion: http://forum.openstreetmap.org/viewtopic.php?id=54294

Last edited by ChristianSW (2016-10-12 07:04:46)


Viele Grüße, Christian

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#40 2016-10-12 08:42:19

Skinfaxi
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From: Blackstad, Sweden
Registered: 2013-07-30
Posts: 985

Re: Zweisprachige Gebiete

Namen haben viel Symbolkraft. Das ist schön richtig.

Das ändert aber nichts an dem grundsätzlichen Problem das Landkarten nur dann Sinn machen, wenn sie Informationen komprimieren. Und daher muss man sich logischerweise überlegen, was weggelassen wird.

Der generelle Vorteil von Karten ist die grafisch kompakte Darstellung. Symboler wie picknicktisch haben einen unheimlich Höhe Informationsdichte verglichen mit Text.

Namen haben die unangenehme Eigenschaft dass sie sich nicht in die Kartenspezifische Stärcke einbetten lassen, sondern mit der Kulturtechnik Text dargestellt werden müssen, was viel Platz wegnimmt. Wir fahren ja nicht von blauweisser Raute nach rotem Rechteck sondern von München nach Hamburg.

Daher meine klare Meinung: Namen Und deren rendering sollte immer so einfach wie nötig sein.

Also etwas salopp formuliert beteenden die meinten Karten eine eigene Kartensprache Und Text ist darin ein notwendiger Fremdkörper. Und es ist diese Kartensprache die wir entwickeln Und pflegen sollte.

Last edited by Skinfaxi (2016-10-12 08:45:55)

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#41 2016-10-12 10:08:28

Garmin-User
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Registered: 2009-10-01
Posts: 624

Re: Zweisprachige Gebiete

ChristianSW wrote:

Kreuzschnabel hat ja schon davor gewarnt, nicht zu sehr zu verallgemeinern. Prinzipiell lassen sich doch auch mehrsprachige digitale(!) Karten realisieren?

Kein Problem aufgrund name:de, name:en, name:cz etc...
Seit heute weiß ich, dass OSMAND flexibel ist und eine "Jederzeit-Sprachauswahl" auch beim Kartenmaterial ermöglicht. Allerdings finde ich persönlich es nicht hilfreich für den "inneren Abgleich", in nichtdeutschsprachigen Ländern - abweichend von der Beschilderung - deutsche Namen angesagt zu bekommen.

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#42 2016-10-12 11:45:04

ChristianSW
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Registered: 2015-02-23
Posts: 482

Re: Zweisprachige Gebiete

Skinfaxi wrote:

Namen haben die unangenehme Eigenschaft dass sie sich nicht in die Kartenspezifische Stärcke einbetten lassen, sondern mit der Kulturtechnik Text dargestellt werden müssen, was viel Platz wegnimmt. Wir fahren ja nicht von blauweisser Raute nach rotem Rechteck sondern von München nach Hamburg.

Die Diskussion zielt auf das Endprodukt Karte, aber setzt schon weiter vorne bei der Datenbank an. Daher der Streit um name=*

Garmin-User wrote:

Kein Problem aufgrund name:de, name:en, name:cz etc...
Seit heute weiß ich, dass OSMAND flexibel ist und eine "Jederzeit-Sprachauswahl" auch beim Kartenmaterial ermöglicht.

Wahrscheinlich, sofern name:LC=* getaggt ist. Hast Du die Sprachausgabe mal getestet?


Viele Grüße, Christian

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#43 2016-10-12 12:02:06

Garmin-User
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Registered: 2009-10-01
Posts: 624

Re: Zweisprachige Gebiete

ChristianSW wrote:

Hast Du die Sprachausgabe mal getestet?

Ich nutze nur die Möglichkeiten der Garmin-Geräte und deren Kartenformat. Und da ist die Karten-Sprache nun mal statisch (abgesehen vom Typfile, was aber sprachlich nur greift, wenn ein Objekt keinen eigenen Namen hat). Das entspricht genau meinen Vorstellungen (Posting #41). Durch das Selberbauen weiß ich, wie das was angesagt werden soll, "abgelegt" werden muss, also in den Styles definiert wird.

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#44 2016-10-12 20:34:55

uvi
Member
From: Mittelsachsen
Registered: 2012-04-26
Posts: 691

Re: Zweisprachige Gebiete

Ich habe heute eine ganze Menge gelernt, mindestens aber zwei Sachen:

deshalb: Danke an ChristianSW

ChristianSW wrote:

Ich wusste nicht, dass eine solche Diskussion schon einmal Ergebnis geführt worden ist und trotzdem die Namensänderungen vorgenommen worden sind.

... und Danke an Kreuzschnabel

Garmin-User wrote:

Seit heute weiß ich, dass OSMAND flexibel ist und eine "Jederzeit-Sprachauswahl" auch beim Kartenmaterial ermöglicht.

Auch ich habe erst heute entdeckt, dass OSMAND eine Einstellung der "bevorzugten Sprache für Kartenbeschriftung" ermöglicht. Ich habe hier default belassen und das ist "lokale Namen". Dennoch wird dann bei einem bestimmten Kartenzoom der im amtlichen Gemeindeverzeichnis nicht vorhandene "Doppelname" angezeigt und bei verschiedenen Straßen sogar angesagt, obwohl ich "deutsch" als Anzeigesprache gewählt habe. (Demenstprechend klingt dann ach der sorbische Teil des Namens big_smile )
Das Ergebnis hatte mich bewegt diese Frage hier anzusprechen.

Wesentlich und ganz meine Meinung ist die Formulierung von Skinfaxi

Skinfaxi wrote:

Namen haben viel Symbolkraft. ...
Das ändert aber nichts an dem grundsätzlichen Problem das Landkarten nur dann Sinn machen, wenn sie Informationen komprimieren. Und daher muss man sich logischerweise überlegen, was weggelassen wird.
...
Namen haben die unangenehme Eigenschaft dass sie sich nicht in die Kartenspezifische Stärcke einbetten lassen, sondern mit der Kulturtechnik Text dargestellt werden müssen, was viel Platz wegnimmt. Wir fahren ja nicht von blauweisser Raute nach rotem Rechteck sondern von München nach Hamburg.

Daher meine klare Meinung: Namen Und deren rendering sollte immer so einfach wie nötig sein.
...

So wie es im Moment ist, ist es eben nicht übersichtlich und noch dazu falsch, auch wenn ich sehr wohl der Meinung bin und sehr begrüße, dass das die sorbische Sprache und Tradition einen hohen Stellenwert in der Lausitz hat und dieser im Moment sogar wieder wächst. Denn jeder soll das Recht und die Möglichkeit haben, sich auf seine Wurzeln zu besinnen. (Wächst aber dieses Ansinnen ungebremst und außerhalb bestimmter Regeln, spaltet es zugleich. Und das ist das, was wir nicht wollen und brauchen -weder im Großen noch im kleinen!)

Beste Grüße
Uwe

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#45 2017-01-07 12:11:27

J budissin
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From: Budyšin, Lusatia, Germany
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Re: Zweisprachige Gebiete

uvi wrote:

Dennoch wird dann bei einem bestimmten Kartenzoom der im amtlichen Gemeindeverzeichnis nicht vorhandene "Doppelname" angezeigt und bei verschiedenen Straßen sogar angesagt, obwohl ich "deutsch" als Anzeigesprache gewählt habe.

Das scheint dann aber hauptsächlich ein OsmAnd-Problem zu sein, was mir, wenn ich "Obersorbisch" als Anzeigesprache wähle, so noch nicht aufgefallen ist.

Um auch hier mal mit einem Missverständnis aufzuräumen, betreffend Doppelnamen:

"Gemeinden im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden tragen einen zweisprachigen Namen in deutscher und niedersorbischer Sprache." (Kommunalverfassung des Landes Brandenburg, § 9, Absatz 2) und "Gemäß § 9 Absatz 4 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg (BbgKVerf) tragen Gemeinden im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden einen zweisprachigen Namen in deutscher und niedersorbischer Sprache. Der zweisprachige Name ist somit die amtliche Bezeichnung im Sinne von Nummer 3.6 Absatz 1 Satz 1 der Richtlinien für die wegweisende Beschilderung [...]" (Erlass zur zweisprachig deutsch-niedersorbischen Beschriftung von Verkehrszeichen, Absatz 1).

Ich hab mir das ja nicht irgendwie ausgedacht oder so. Das ist auch nicht optional.

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#46 2017-01-08 07:10:21

uvi
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From: Mittelsachsen
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Re: Zweisprachige Gebiete

J budissin wrote:

"Gemäß § 9 Absatz 4 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg (BbgKVerf)"

Nun, das mag vielleicht für Brandenburg gelten, aber was ist mit Sachsen?
Bautzen liegt nun mal in Sachsen und eine Brandenburgische Gesetzgebung gilt hier nicht. Kannst du da auch eine Fundstelle nennen, die die verwirrenede Namensgebung begründet?

... fragt Uwe

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#47 2017-01-08 09:40:47

geri-oc
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From: Sachsen
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Re: Zweisprachige Gebiete

http://de.wikipedia.org/wiki/Obersorbische_Sprache

Dort sind auch Orts- und Straßenschilder.
Ich bin für getrennte name:de=*; name:hsb=* -> http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Mult … es#Germany

Das in "einem" Straßenname?
450px-Image-Sorbisch-deutsches_Stra%C3%9Fenschild_in_Bautzen_2.JPG

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#48 2017-01-08 10:20:21

streckenkundler
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Re: Zweisprachige Gebiete

uvi wrote:

Nun, das mag vielleicht für Brandenburg gelten, aber was ist mit Sachsen?

Siehe: https://www.revosax.sachsen.de/vorschri … rbengesetz

z.B. §10: https://www.revosax.sachsen.de/vorschri … gesetz#p10
und Anhang: https://www.revosax.sachsen.de/GetAttac … nk?id=7122

Sven

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#49 2017-01-08 16:36:06

uvi
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From: Mittelsachsen
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Posts: 691

Re: Zweisprachige Gebiete

streckenkundler wrote:
uvi wrote:

Nun, das mag vielleicht für Brandenburg gelten, aber was ist mit Sachsen?

Siehe: https://www.revosax.sachsen.de/vorschri … rbengesetz

z.B. §10: https://www.revosax.sachsen.de/vorschri … gesetz#p10
und Anhang: https://www.revosax.sachsen.de/GetAttac … nk?id=7122

Sven

Das Problem ist ja auch nicht die Zweisprachigkeit an sich und in §10 wird auch nur die zweisprachige Beschilderung "beprochen". Kritikpunkt dieser Diskussion ist doch, die Sache mit dem Bindestrich (zb "name=Bautzen - Budyšin") und ich möchte Gerioc zustimmen

geri-oc wrote:

Ich bin für getrennte name:de=*; name:hsb=* -> http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Mult … es#Germany

und in Name gehört "Bautzen", denn

uvi wrote:

Auch wenn die Stadt sich per Satzung verpflichtet, die sorbische Sprache und Kultur zu fördern (http://www.bautzen.de/dokumente/sorbischeSatzung.pdf) und den sorbischen Namen parallel zu tragen, ist "(Große Kreisstadt) Bautzen" der offizielle Name.

und dem ist m.E. mit "name:de=*" und "name:hsb=*" Genüge getan!

Aber ich kann auch gut mit anderen Meinungen leben!

Beste Grüße
Uwe

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#50 2017-01-08 17:18:01

hfst
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Registered: 2013-08-31
Posts: 709

Re: Zweisprachige Gebiete

Ich frage mich, die Menschen in und um Bautzen wirklich "Bautzen - Budyšin" oder sich nicht je nach Gesprächssituation für den einen oder anderen Namen entscheiden.

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