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#1 2013-09-02 16:50:33

unixasket
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Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Hallo,

ich bin am Wochenende im Karwendel gewesen und über ein Kar abgestiegen in dem in manchen Wanderkarten ein Weg eingezeichnet ist. Es handelt sich aber um einen selten begangenen recht unbekannten nicht markierten Weg. Im oberen Bereich (reines Geröll) existiert keine Wegspur, da es aber ab und zu Steinmandl gibt und in manchen Karten ein Weg existiert, habe ich den von mir begangenen Weg aus meinen GPS Track als highway=path mit trail_visibility=no eingetragen. Theoretisch ist dort natürlich auch ein etwas anderer Wegverlauf möglich, als der den ich jetzt als den von mir begangenen eingetragen habe. Weiter unten habe ich teilweise Pfadspuren gefunden und bin diesen gefolgt. Da ist es natürlich kein Problem das auch in OSM einzutragen (mit trail_visibility=intermediate bis bad). Jetzt gibt es aber eine Stelle an der ich keine gute Wegmöglichkeit und keine vorhandene Wegspur gefunden habe. Letzlich bin ich dort (sehr unangenehm) durch dichtes Latschenkieferngebüsch gelaufen. Darunter habe ich wieder eine Wegspur gefunden und eingetragen. Für mich ist nun die Frage: Soll ich das fehleden Stück trotzdem aus meinem GPS Track eintragen um den Weg vollständig zu haben, auch wenn dies kein empfehlenswerter "Weg" ist, oder ist es besser eine Lücke im Weg zu lassen?

Außerdem: Für trail_visibility existiert auch der Wert no. Das wirft aber die Frage auf, ab wann ein Weg ein Weg ist? Wenn im Hochgebirge eine Route ohne klettern möglich ist und es ein "sinnvoller" Weg ist, bzw. man sogar ab und zu ein Steinmandl antrifft, es aber weder eine Wegspur noch irgendwelche anderen Markierungen (außer kleinen und auch noch seltenen Steinmandl) gibt: Ist dies ein Weg der in OSM "reingehört"? Wenn nein, wozu gibt es den no-Wert für trail_visibility.

Übrigens finde ich es fraglich, ob es sinnvoll ist in der openstreetmap.org Hauptkarte jeden highway=path zu rendern, egal ob er trail_visibility=no hat oder nicht.

Gruß
unixasket

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#2 2013-09-02 17:09:35

Joachim Moskalewski
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

unixasket wrote:

Wenn nein, wozu gibt es den no-Wert für trail_visibility.

Eben im Gebirge gibt es "Wege", deren Verlauf einzig anhand markierter Steine, Bäume usw. nachvollziehbar ist; Diese würden bei mir ein "trail_visibility=no" bekommen - kein Weg sichtbar, aber ausgezeichnet (und muss ich durch enges Gestrüpp: disused). Nur weil jemand aber über ne Wiese läuft und sagt "da kann man laufen" würde ich das nicht als Weg bei OSM eintragen. Markierung und/oder sichtbare Laufspuren - ist beides nicht gegeben, würde ich das nicht in OSM eintragen, auch wenns andere Karten zeigen.

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#3 2013-09-02 17:22:24

maxbe
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

trail_visibility=no würde ich verwenden, wenn der Weg z.B. über Steinplatten, Moos, Wiese (...) führt und bequem zu gehen ist, aber halt nicht sichtbar. Unbequemes Hangeln durch Latschen würde ich nicht eintragen, sondern nur die gehbaren Wege. Die Steinmandl kann man natürlich schon mappen.

Im Karwendel wäre ich besonders zurückhaltend. Im diesem Naturschutzgebiet wird Tourismus ziemlich stark kanalisiert, indem man gezielt Wege markiert und woanders ganze Bergkämme unmarkiert und ohne angelegte Wege lässt. Da wären Wege in der OSM-Karte, die nicht mal vorhanden sind eher ungünstig wink

Grüße, Max

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#4 2013-09-02 18:37:10

unixasket
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Ich lasse den Wegteil durch Latschenkiefern weg (da ist dann jetzt eine Lücke). Den untersten Wegteil, wo ich den eigentlich gedachten Weg nicht gefunden habe, habe ich außerdem wieder rausgelöscht. Den Rest lasse ich aber (mit entsprechenden trail_visibility und auch einer description). Dort wo eine Pfadspur noch erkennbar war, denke ich sollte das auf alle Fälle in OSM rein. Im obersten Teil durch Geröll lasse ich es auch, obwohl dort kein Weg sichtbar war, aber manche Karten weisen dort ja wie gesagt einen Weg aus, Steinmandl gab es auch und überhaupt sind Wegspuren ohnehin in Geröll erst sichtbar wenn wirklich viele Leute dort laufen. Eine Reihe dauerhafter Schneefelder gibt es dort auch, so daß ein Pfad im üblichen Sinne sich ohnehin nicht bilden kann.

Wenn ich nochmal dort hin komme und eine Wegspur die die Lücken schließt erkennen kann zeichne ich das auch ein.

Außerdem habe ich anhand der Kombination Luftbilder und meine Erinnerung auch die Flächen dort verbessert (natural=scree, natural=scrub und landuse=forest). Das sollte zusammen mit einer GPS-Karte, die diese Flächen darstellt auch eine bessere Orientierung ermöglichen.

Interessant wäre dafür ja auch noch ein taggen von kurzen Steilabbrüchen. Es gibt natural=cliff, aber wenn es sich nur um eine grade mal 3 Meter hohe Steilwand handelt ist das wohl nicht angebracht. Trotzdem käme man an so einer Stelle nicht weiter.

Gruß
unixasket

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#5 2013-09-03 10:19:27

gormo
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

unixasket wrote:

Interessant wäre dafür ja auch noch ein taggen von kurzen Steilabbrüchen. Es gibt natural=cliff, aber wenn es sich nur um eine grade mal 3 Meter hohe Steilwand handelt ist das wohl nicht angebracht. Trotzdem käme man an so einer Stelle nicht weiter.

Man bei cliff doch auch die Höhe angeben. Würde ich so machen.


OSM hat nicht das Ziel bis Ende des Monats einen vollständigen Datensatz der Welt zu enthalten.
(nach S.W.) - Aber weil die Welt vielfältig ist, weil sie auch im Detail interessant ist, mag ich genaue Karten (nach C.)

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#6 2013-09-03 12:54:34

Wolfgang B
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Registered: 2009-09-23
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Wir mappen, was wir sehen:
Ist ein Weg da (markiert oder unmarkiert): highway=path
Ist ein Weg (markiert) nicht sichtbar: trail_visibility=no
Ist kein Weg da, hat er auch bei OSM nichts verloren.
Wobei: In der "Luft hängende Wegstücke" würde ich dann auch weglassen.

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#7 2013-09-03 13:22:01

Noframe
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From: Seelze
Registered: 2009-11-08
Posts: 340

Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

unixasket wrote:

Außerdem: Für trail_visibility existiert auch der Wert no. Das wirft aber die Frage auf, ab wann ein Weg ein Weg ist?

Wenn ich einen unbekannten Weg anhand von auseinandergelaufenen Markierungen finde, dann ist doch trail_visibility=no nicht richtig - vielleicht noch =bad. Der Wegverlauf ist ja zu sehen und man kann ihm folgen, nur der genaue Verlauf zwischen den Markierungen ist nicht ersichtlich.

trail_visibility=no wäre was für einen Weg, der irgendwo beschrieben ist, und in der Natur nicht gekennzeichnet ist. Aber ob so einer in OSM was zu suchen hat - na, ich weiß nicht.


Gruß
Noframe

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#8 2013-09-03 13:37:21

wambacher
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From: Schlangenbad/Wambach, Germany
Registered: 2009-12-16
Posts: 16,769
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Wolfgang B wrote:

Wir mappen, was wir sehen:
Ist ein Weg da (markiert oder unmarkiert): highway=path
Ist ein Weg (markiert) nicht sichtbar: trail_visibility=no
Ist kein Weg da, hat er auch bei OSM nichts verloren.
Wobei: In der "Luft hängende Wegstücke" würde ich dann auch weglassen.

sorry, total OT - aber einfach zu schön:

If it's there and you can see it - is's REAL
If it's there and you can't see it - it's TRANSPARENT
If it's not there and you can see it - it's VIRTUAL
If it's not there and you can't see it - it's GONE

Roy Wilks, 1983

Gruss
walter

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#9 2013-09-03 15:48:50

Taunide
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Registered: 2011-02-23
Posts: 498

Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Wolfgang B wrote:

Wobei: In der "Luft hängende Wegstücke" würde ich dann auch weglassen.

Ich nicht, schon weil es eine kartografische Konvention ist, solche Wegstücke zu zeigen, und damit sichtbar zu machen dass der Weg lückenhaft ist und die Beurteilung dann dem User der Karte zu überlassen. Geroutet wird er dann ja schon nicht.

Ökomässige Schulmeisterei ist hingegen keine kartografische Konvention, bzw. Tradition. roll

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#10 2013-09-03 21:16:44

-ad-
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Die Situation "nicht vorhandener Weg in der Karte" habe ich bei den gekauften Garmin-Topos gern. Da darf ich mir dann stets Beschimpfungen von Begleitern anhören.
Zusammengefasst (und bereinigt um Verbalinjurien) "Da könnt Ihr Euch jetzt wirklich was drauf einbilden, dass wir uns auf einer virtuellen Linie auf euren kleinen Geräten durchs Gesträuch gekämpft haben. Wollen wir als nächstes auch noch Konfluenzpunkte besuchen?"

Aber umgekehrt: Manchmal ist der schlechte und unsichtbare Weg (hier: Bushwhacking durch Latschen) die bessere Wahl gegenüber einem groben Geröllfeld und einem Abhang frei sämtlicher sinnvoller Anseilpunkte. Da ist so eine Nichtverbindung dann das geringste Übel. Vorher nochmal Zeckenschutz auffrischen, Ärmel runtergekrempelt, Handschuhe an, Kragen hoch, Brillen fest ins Gesicht, Hut auf und dann vorwärts.

Sprich: Ja, ich würde es mappen, bevor da einfach "gar nix" ist auf der Karte und unklar ist, wie massiv sich die Unwegbarkeit darstellt.
Zumal wenn es zu beiden "Enden" klare Anzeichen von Begehung gibt, die sich nicht nur dadurch erklären lassen, dass dort regelmäßig Wanderer frustriert umkehren.

Last edited by -jha- (2013-09-03 21:17:40)

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#11 2013-09-03 22:36:39

Netzwolf
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Nahmd,

unixasket wrote:

Es handelt sich aber um einen selten begangenen recht unbekannten nicht markierten Weg. Im oberen Bereich (reines Geröll) existiert keine Wegspur, da es aber ab und zu Steinmandl gibt und in manchen Karten ein Weg existiert, habe ich den von mir begangenen Weg aus meinen GPS Track als highway=path mit trail_visibility=no eingetragen.

Mache ich genauso, bei hinreichend™ vielen Steinmandl auch als horrible oder besser.

Theoretisch ist dort natürlich auch ein etwas anderer Wegverlauf möglich, als der den ich jetzt als den von mir begangenen eingetragen habe. Weiter unten habe ich teilweise Pfadspuren gefunden und bin diesen gefolgt. Da ist es natürlich kein Problem das auch in OSM einzutragen (mit trail_visibility=intermediate bis bad).

D'acor. Zusätzlich hätte ich gerne ein Flächenfeature “gangbares Gelände”, welches nicht gerendert, aber zum Wanderrouting verwendet wird. Das ist jedoch eine andere Baustelle.

Jetzt gibt es aber eine Stelle an der ich keine gute Wegmöglichkeit und keine vorhandene Wegspur gefunden habe. Letzlich bin ich dort (sehr unangenehm) durch dichtes Latschenkieferngebüsch gelaufen. Darunter habe ich wieder eine Wegspur gefunden und eingetragen. Für mich ist nun die Frage: Soll ich das fehleden Stück trotzdem aus meinem GPS Track eintragen um den Weg vollständig zu haben, auch wenn dies kein empfehlenswerter "Weg" ist, oder ist es besser eine Lücke im Weg zu lassen?

Wenn vor und hinter dem Latschenfilz Wegspuren zu finden sind, so gab es dazwischen einmal eine Latschengasse. Die einzig richtige Lösung für zugewachsene Latschengassen werde ich als überaus politisch korrekter Mensch natürlich nicht empfehlen (¹). Jedoch würde ich einen Weg durchs Dickicht eintragen, auch um ein Routing zu ermöglichen. Mit “visibility=no” und in Ermangelung eines “lästigkeit=*” Tagging-Schema möglicherweise mit einer hohen sac_scale oder mit einem “hazard=*”.

Außerdem: Für trail_visibility existiert auch der Wert no. Das wirft aber die Frage auf, ab wann ein Weg ein Weg ist? Wenn im Hochgebirge eine Route ohne klettern möglich ist und es ein "sinnvoller" Weg ist, bzw. man sogar ab und zu ein Steinmandl antrifft, es aber weder eine Wegspur noch irgendwelche anderen Markierungen (außer kleinen und auch noch seltenen Steinmandl) gibt: Ist dies ein Weg der in OSM "reingehört"?

Ja.

Schon um dem unseligen Trend des Tilgens von auch historischen Wegen aus Karten und Beschreibungen ein wenig entgegenzuwirken.

Übrigens finde ich es fraglich, ob es sinnvoll ist in der openstreetmap.org Hauptkarte jeden highway=path zu rendern, egal ob er trail_visibility=no hat oder nicht.

Willkommen im Club.

Ab einer bestimmten visibility und ab einer bestimmten sac_scale sollte zumindest auf eine gepunktete Darstellung gewechselt werden. Aber darauf werden wir wohl ebensolange warten wie auf die Darstellung von Geröll und Felsen. wut_03y7pk3.gif

Gruß Wolf

(¹) Ich weise auch nicht auf die aktuelle Aktionsware bei Aldi-Süd hin.


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#12 2013-09-03 23:30:24

EvanE
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Netzwolf wrote:
unixasket wrote:

Jetzt gibt es aber eine Stelle an der ich keine gute Wegmöglichkeit und keine vorhandene Wegspur gefunden habe. Letzlich bin ich dort (sehr unangenehm) durch dichtes Latschenkieferngebüsch gelaufen. Darunter habe ich wieder eine Wegspur gefunden und eingetragen. Für mich ist nun die Frage: Soll ich das fehlende Stück trotzdem aus meinem GPS Track eintragen, um den Weg vollständig zu haben, auch wenn dies kein empfehlenswerter "Weg" ist, oder ist es besser eine Lücke im Weg zu lassen?

Wenn vor und hinter dem Latschenfilz Wegspuren zu finden sind, so gab es dazwischen einmal eine Latschengasse. ... Jedoch würde ich einen Weg durchs Dickicht eintragen, auch um ein Routing zu ermöglichen. Mit “visibility=no” und in Ermangelung eines “lästigkeit=*” Tagging-Schema möglicherweise mit einer hohen sac_scale oder mit einem “hazard=*”.

Hallo Wolf, unixasket

Es gibt den Vorschlag obstacle=*, der von den Flussleuten eifrig für Brücken und Schleusen genutzt wird. Dort findet man auch den Wert "vegetation", der mir für eine solche Situation durchaus angemessen erscheint. Die von dir vorgeschlagenen sac_scale=* und hazard=* können unabhängig davon genutzt werden.

Edbert (EvanE)

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#13 2013-09-03 23:45:36

Netzwolf
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Nahmd,

EvanE wrote:

Es gibt den Vorschlag obstacle=*, der von den Flussleuten eifrig für Brücken und Schleusen genutzt wird. Dort findet man auch den Wert "vegetation", der mir für eine solche Situation durchaus angemessen erscheint. Die von dir vorgeschlagenen sac_scale=* und hazard=* können unabhängig davon genutzt werden.

“obstacle=vegetation” passt perfekt. Müsste halt irgendwie ausgewertet werden.

Gruß Wolf


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#14 2013-09-03 23:53:01

EvanE
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Netzwolf wrote:

“obstacle=vegetation” passt perfekt. Müsste halt irgendwie ausgewertet werden.

Hallo Wolf

Oft benutzen, dann werden es irgendwann auch die Auswerter in Betracht ziehen.

Edbert (EvanE)

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#15 2013-09-04 09:50:06

unixasket
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Netzwolf wrote:

“obstacle=vegetation” passt perfekt. Müsste halt irgendwie ausgewertet werden.

In meiner Garmin Wanderkarte tue ich das bereits!

Allerdings zögere ich trotzdem in diesem Fall das so einzutragen, da es wahrscheinlich so ist, das es auf der anderen Seite des Baches eventuell doch eine Wegspur gegeben hätte. Zumindest weist einiges was ich danach gesehen habe (und auch das Luftbild) darauf hin. Irgendwann will ich da noch mal hin. Manchmal findet man einfach auf Anhieb nicht den richtigen Weg. Dort läuft zum Teil der Weg unmittelbar an einem Bachbett, aber dann kam eine Steilstufe an der der Bach als Wasserfall tiefer wollte, so das ich die Latschen vorzog. Ich hatte vermutlich nur die falsche Seite des Baches probiert (sah am Anfang aus wie eine Gasse durch die Latschen wurde dann aber immer dichter).

Wenn man sich an dieser Stelle:
http://www.openstreetmap.org/?mlat=47.3 … 4/11.36757
in JOSM die geoimage.at Luftbilder ansieht, liegt der Schluß nahe das es durchaus eine bessere Variante dort geben müßte, zumal ich auch (als es schon zu spät war) Wegspuren auf der anderen Bachseite gesehen habe.

Gruß
unixasket

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#16 2013-09-04 11:33:44

alter Streuner
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Ich sehe kein Problem damit Wege erst einmal mit offenen Enden einzutragen wenn keine offensichtliche Fortsetzung erkennbar ist.

Wenn nach alten Karten oder historischen Markierungen einmal ein Wanderweg o.ä. vorhanden war dann wäre mein Vorschlag erst einmal nach deren Spuren zu suchen und diese als Kette einzelner Punkte zu kartieren. Hier sind Steinmadeln, dort Reste eines Wassertroges, ein Fels wurde bearbeitet um daran vorbeizulaufen und so weiter.

Ich war leider schon lange nicht mehr in den Alpen unterwegs, aber irgendwie weckt ihr in mir gerade die Lust dort einmal wieder auf Spurensuche zu gehen.

Kann man zwei oder mehr solcher Punkte offensichtlich miteinander verbinden weil es nur eine sinnvolle Strecke dafür gibt würde ich highway=path & trail_visibility=no wählen. Unsere Vorgänger werden dort auch kaum anders unterwegs gewesen sein.

Obstacle=xyz finde ich gut um Hindernisse vor Ort zu beschreiben und Buschwerk ist fast immer eines. Was man vor Ort mit den Hindernissen macht und welche Werkzeuge man dazu benutzt paßt meiner Meinung nach aber weniger zu einer Diskussion im OSM-Forum, die Ergebnisse davon sollte man aber schon hier eintragen :-)


Ich kartiere nicht zum Spaß sondern weil ich eine bessere Radwegkarte möchte

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#17 2013-09-04 13:01:11

unixasket
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

alter Streuner wrote:

Ich war leider schon lange nicht mehr in den Alpen unterwegs, aber irgendwie weckt ihr in mir gerade die Lust dort einmal wieder auf Spurensuche zu gehen.

Dann muß ich aber noch dazu sagen, das solche Unternehmungen (wie auf der von maxbe verlinkten Website auch geschrieben) Erfahrung verlangen. Erst mal sollte man in solchen hochalpinen Gelände nur die markierten Wege nutzen. Erst wenn man das Gebiet einigermaßen kennengelernt hat, sollte man sich an solche weglosen Unternehmungen wagen. Dann kann man einschätzen was einen erwartet (Steilheit des Geländes, Rutschigkeit des Gerölls, vorher nicht sichtbare Steilstufen). Für den Notfall (z. B. eine Steilstufe an der man nicht weiter kommt, da alles reines Klettergelände ist) sollte man sich auch mental darauf vorbereiten mal umkehren zu müssen.

Gruß
unixasket

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#18 2013-09-04 20:34:03

Pfad-Finder
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Netzwolf wrote:

Wenn vor und hinter dem Latschenfilz Wegspuren zu finden sind, so gab es dazwischen einmal eine Latschengasse. ... Jedoch würde ich einen Weg durchs Dickicht eintragen, auch um ein Routing zu ermöglichen.

Genau davor würde ich zurückschrecken. Wenn ich persönlich die Routing-Funktion nutze, dann meistens deshalb, weil es eilt. Entweder es wird dunkel, oder ein bestimmter Zug/Bus/xxx muss erreicht werden. Wenn ich mich auf einen laut Routing gangbaren Weg einlasse und dann unerwartet im Latschenkampf wiederfinde, ist das unerfreulich. Wenn ich hingegen reichlich Zeit habe und auf einer Karte (!) optisch Wegfragmente entdecke, die einen Zusammenhang vermuten lassen, muss ich selbst wissen, ob ich mich auf eventuelles Querfeldeinwandern mit Hindernissen einlasse oder nicht.

Solange obstacle=vegetation im Routing allgemein nicht ausgewertet wird (was ich ganz stark vermute), plädiere ich dafür, nur die tatsächlich erkennbaren bzw. gangbaren Wege einzutragen. Auch wenn es dann eben nur Fragmente sind. Wie heißt es so schön? "Wir mappen die Realität". Und wenn kein Weg erkennbar ist, sollte auch keiner eingetragen werden.

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#19 2013-09-05 10:09:52

maxbe
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Tag,

bei obstacle=* würde ich mir fürs Fussgänger-Routing nicht zu viel versprechen.

Man könnte das fürs Routing ausschaltbar machen, dann wird der Pfad-Finder generell nicht durch Hindernisse gelotst. Dafür sind die Hindernisse aber zu unspezifisch: Drei Latschen, ein umgefallener Baum oder ein Erdhaufen halten ihn ja auch spät abends nicht sehr auf.

Man könnte es gewichten, aber dafür sind die Strecken mit Hindernissen zu kurz und das Wegenetz im Gebirge zu weitläufig. Der Weg, den Unixasket eingetragen hat, konkurriert bei OSM im Abstieg mit einem kleinen Umweg nach Osten, da muss ich aber erst 400 Höhenmeter runter und 700 rauf, bevor ich ins Tal runter gehen darf. Die andere Alternative ist westlich der Abstieg bis fast nach Scharnitz. Da müsste man schon sehr viele Strafpunkte für 100 Meter Gebüsch vergeben, damit ein Router diese Strecke meidet und eine der Alternativen wählt.

Grüße, Max

PS: Wie rendert man "obstacle"? Büsche auf Wege pflanzen, umgelegte Bäumchen drüberlegen und Wälle malen? Oder was generelles, einen stilisierten Bremsklotz oder so?

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#20 2013-09-05 12:49:55

unixasket
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

maxbe wrote:

Der Weg, den Unixasket eingetragen hat, konkurriert bei OSM im Abstieg mit einem kleinen Umweg nach Osten, da muss ich aber erst 400 Höhenmeter runter und 700 rauf, bevor ich ins Tal runter gehen darf. Die andere Alternative ist westlich der Abstieg bis fast nach Scharnitz. Da müsste man schon sehr viele Strafpunkte für 100 Meter Gebüsch vergeben, damit ein Router diese Strecke meidet und eine der Alternativen wählt.

"kleinen Umweg" ist gut! Die Strecke über die Ödkarspitzen, verlangt auch noch mal einiges. Nicht nur das man dazu erst wieder ein Stück runter (kann man übrigens weglos durchs Marxenkar abkürzen, habe ich schon mal ausprobiert) und dann wieder einiges rauf muß, der Abstieg von der östlichen Ödkarspitze hat es auch in sich. Sehr ausgesetzt an einem Grat (an beiden Seiten geht es steil nach unten) mit einigen Drahtseilsicherungen entschärft. Für diese Strecke muß man wirklich schwindelfrei sein und die Drahtseile dort sind nicht nur dekorativ sondern werden wirklich gebraucht, sofern man kein Freestyleclimber ist. Die Strecke westlich direkt nach Scharnitz über die Pleisenhütte ist umgekehrt im Aufstieg übrigens eine volle Tagesetappe (bin ich vorher gekommen, im Abstieg gehts sicherlich schneller). Durchs Hinterkar soll man auch absteigen können, ist aber auch (teilweise?) weglos, habe ich noch nicht ausprobiert, vielleicht nächstes Jahr. Auch ein Abstieg durch Neunerkar ist möglich und im oberen Teil weglos, aber dann kommt man auf der anderen Talseite (Karwendeltal) raus, wo man auch nach Scharnitz kommen kann (will ich irgendwann auch mal probieren).

maxbe wrote:

PS: Wie rendert man "obstacle"? Büsche auf Wege pflanzen, umgelegte Bäumchen drüberlegen und Wälle malen? Oder was generelles, einen stilisierten Bremsklotz oder so?

In meiner Karte wird obstacle=vegetation durch eine grüne Strichellinie, die mit einem braunen Rand versehen ist, gerendert. obstacle=fallen_tree wird tatsächlich mit einer Art umgestürzten Baum gerendert und obstacle=heap mit einem kleinen braunen Hügel mit einem roten Ausrufezeichen darin.
Beispielstellen (diese Stellen einfach mal in meiner Bayern+ oder der Grenzkarte ansehen):
heap:
http://www.openstreetmap.org/?mlat=47.8 … 5/11.66295
fallen_tree:
http://www.openstreetmap.org/?mlat=47.8 … 7/11.65645
vegetation:
http://www.openstreetmap.org/?mlat=47.4 … 5/11.41156

Gruß
unixasket
Edit: Grammatikkorrektur

Last edited by unixasket (2013-09-05 12:53:41)

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#21 2013-09-23 10:16:42

Netzwolf
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Moins,

Aus gegebenem Anlass: wie kann man die Mapniker dazu bringen, endlich bei “highway=path” die Attribute “sac_scale=*” und “visibility=*” zu berücksichtigen? Die OSM-Hauptkarte bietet dem Wanderer ja auch die Möglichkeit zu netten Überrauschungen, zum Beispiel der Jubiläumsgrat (so wäre er etwas™ weniger überraschend) oder der Berchtesgadener Weg (korrekte Darstellung).

Vorschläge einreichen bringt ja nicht wirklich was, wie die seit Jahren gewünschte Darstellung von “natural=scree” zeigt.

Es wäre blöd, wenn es dazu erst ein ähnliches Ereignis mit einer OSM-Karte geben müsste; und noch blöder, wenn die schnelle Reaktion (wir müssen etwas tun, dies ist etwas, also müssen wir es tun – post traumatic stupidity syndrom) ein automatisches Löschen aller der mit viel Arbeit erfassten schwierigen und/oder schlecht sichtbaren Wege wäre.

Gruß Wolf

Last edited by Netzwolf (2013-09-23 10:47:34)


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#22 2013-09-23 11:42:13

Nop
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Ich verstehe Dein Anliegen nicht ganz. Die Standard-Mapnik Karte ist in jeder Hinsicht völlig ungeeignet für Bergtouren - auf der kann man ja noch nicht mal erkennen, daß es im Bereich der Zugspitze geringfügig mehr Höhenmeter gibt als in der Lüneburger Heide. :-)

Wenn Du ultradumme "Bergsteiger" vor Schaden durch Verwendung völlig untauglicher Karten bewahren willst, könntest Du nur alle alpinen Wege komplett ausblenden damit sie erst gar nicht auf die Idee kommen.

bye, Nop


Nothing is too difficult for the man who does not have to do it himself...
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#23 2013-09-23 13:35:01

Netzwolf
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Nahmd,

Nop wrote:

Die Standard-Mapnik Karte ist in jeder Hinsicht völlig ungeeignet für Bergtouren - auf der kann man ja noch nicht mal erkennen, daß es im Bereich der Zugspitze geringfügig mehr Höhenmeter gibt als in der Lüneburger Heide. :-)

Ja, völlig ungeeignet. Und sie wird dennoch dazu verwendet werden.

Wenn Du ultradumme "Bergsteiger" vor Schaden durch Verwendung völlig untauglicher Karten bewahren willst, könntest Du nur alle alpinen Wege komplett ausblenden damit sie erst gar nicht auf die Idee kommen.

Zum Beispiel, ja.

Ob gepunktet oder dünner oder blasser gezeichnet oder gleich weggelassen: die Details sind mir gleichgültig. Aber irgendetwas sollte ab sac_scale=4 (schwarz) und/oder visibility=bad (auch die genauen Grenzen sind mir egal) oder einer bestimmten Kombination passieren.

Gruß Wolf

BTW. nützen auch Höhenlinien in Karten nichts, wenn man die nicht lesen kann. Wir mussten schon mit heftigstem Zureden Vater+Sohn von einer “Alpspitzumrundung” (Kreuzeck→Schöngänge→Grieskar→Matheisenkar→Höllental→Hupfleitenjoch→Kreuzeck) abhalten.


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#24 2013-09-23 13:56:20

EvanE
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

Netzwolf wrote:

Aus gegebenem Anlass: wie kann man die Mapniker dazu bringen, endlich bei “highway=path” die Attribute “sac_scale=*” und “visibility=*” zu berücksichtigen? Die OSM-Hauptkarte bietet dem Wanderer ja auch die Möglichkeit zu netten Überraschungen, zum Beispiel der Jubiläumsgrat (so wäre er etwas™ weniger überraschend) oder der Berchtesgadener Weg (korrekte Darstellung).

Vorschläge einreichen bringt ja nicht wirklich was, wie die seit Jahren gewünschte Darstellung von “natural=scree” zeigt.

Hallo Wolf

Wer bei einem Weg über mehrere Berggipfel (dein erstes Beispiel) oder über ein Eisfeld und an mehreren Biwakhöhlen vorbei (den zweites Beispiel) davon ausgeht, einen gut ausgebauten Wanderweg vorzufinden, ist selber schuld, wenn er/sie in Schwierigkeiten gerät.

Die Vorbereitung einer Tour ist in den Bergen noch wesentlich wichtiger als im Mittelgebirge oder im Flachland. Dazu gehört meiner Meinung nach auch eine Papierkarte wie eine TK25.

Durch die Umstellung der Hauptseite auf CartoCSS, sollen in Zukunft Änderungen am Mapnik-Stil deutlich einfacher werden. Welche Vorschläge als wichtig genug angesehen werden und welche nicht, ist dabei eine andere Frage.

Edbert (EvanE)

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#25 2013-09-23 16:56:34

Joachim Moskalewski
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Re: Weglose Verbindungswege und Wege mit trail_visibility=no

EvanE wrote:

Wer bei einem Weg über mehrere Berggipfel (dein erstes Beispiel) oder über ein Eisfeld und an mehreren Biwakhöhlen vorbei (den zweites Beispiel) davon ausgeht, einen gut ausgebauten Wanderweg vorzufinden, ist selber schuld, wenn er/sie in Schwierigkeiten gerät.

Du setzt hier ein Mindestmaß an Grundwissen und/oder Erfahrung voraus. Ich hingegen erwarte regelrecht, dass eben Leute ganz ohne Erfahrung die OSM Karte nehmen und den kürzesten Weg zum Gipfel rauf wollen. Frage auf der Straße die Leute was eine "Biwakschachtel" ist... Oder beobachte den unbedarften Turnschuh-Alpentouri an einem steilen Geröllfeld - der weiss nur "da laufen die anderen ja auch". Die Skipisten im Winter sind ja auch gesichert.

Auch ich finde Eigenverantwortung ein viel zu vernachlässigtes Wort. Aber bereits ein T3 würde ich nicht mehr auf einer Default-Karte präsentieren. Habe ich von zu Hause eine Ahnung davon, was diese "Schwarz-gestrichelte dünne Linie" bei OSM bedeutet, werde ich mich wundern, was diese z.B. in den Alpen bedeuten kann...

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