Bing rollt neue Luftbilder aus (?)

Sehr merkwürdig. Im Landkreis HN scheinen die neuen Bilder ja, soweit ich nachgesehen habe, oft von 2016 zu sein (und erwähnte ein Kollege nicht schon noch ein neueres Datum, Anfang 2017?). Nicht weit entfernt im Landkreis LB hingegen ist dieses Neubaugebiet in Benningen am Neckar auf den neuen Bing-Bilder noch nicht zu sehen (vielmehr nur Acker), obwohl die Kollegen dort schon Anfang 2014 per GPS die ersten Wege erfasst haben und die Bilder anderer Anbieter bereits eine fast komplette Bebauung mit Häusern zeigen (einfach mal rechts oben im Menü umschalten, deshalb habe ich Sammys Fullscreenmap verlinkt). D.h., hier sind die „neuen“ Bing-Luftbilder so alt wie die alten, 2012 oder so, nur eben in schlechterer Qualität? :frowning:

Ich bin ehrlich gesagt mit dem Versatz der aktuellen Luftbilder auch nicht zufrieden. Zum ersten Mal muss ich in meiner Gegend vor jedem Mapping den Versatz neu einstellen.
Welche Methoden, Gebäudeumrisse einigermaßen passend einzuzeichnen, nutzt ihr denn noch so? Ich hoffe, dass ich nicht mit einem GPS-Empfänger paarmal um jedes Haus schleichen muss.

Stimmt, nicht nur die Qualität der Bilder ist jetzt schlechter, auch der Offset scheint vielerorts größer geworden zu sein.

Kommt auf die Gegend an. Du kannst natürlich immer die schon vorhandenen GPS-Spuren als Hilfe zur Ausrichtung nutzen. Wo wir amtliches Kartenmaterial benutzen dürfen, das auf Vermessungsdaten beruht, ist dies normalerweise vollkommen lagegenau (offsetfrei) und kann so zur Korrektur bzw. dort, wo es aktuell ist, auch gleich als Vorlage für das Zeichnen der Gebäudeumrisse genommen werden – so ist das jedenfalls mit Maps4BW in Baden-Württemberg. (Oft veraltet, aber immer offsetfrei, und dort, wo es stimmt, mMn auch eine bessere Nachzeichen-Vorlage als die Luftbilder, jedenfalls als diese Luftbilder.)

Lieber nichts einzeichnen als was Schlechtes. Wenn es wieder bessere Kartengrundlagen gibt macht es doppelt Arbeit die vorhandenen Daten zu verbessern.

Das ist eine ganz tolle Methode, die Du unbedingt mal ausprobieren solltest … :laughing::rolleyes:

Durch die wechselnde Abschattung der Antenne (Du rennst ja immer an der Hauswand entlang)
hüft Dein Track so was von lustig in der Gegend herum das Du das abschließende “Ergebniss”
“sehr frei” interpretieren kannst … im Klartext: Vergiss es !
Davon abgesehen möchte ich die Gesichter sehen und die Kommentare hören,
wenn Du freundlich klingelnd darum bittest ein paar mal um’s Haus hüpfen zu dürfen …

Es bleibt peilen, schätzen oder (ganz toll) “lieber nichts einzeichnen”
Siehe oben:
"Was der Aktualität von OSM unterm Strich sogar nützen könnte :slight_smile: "

Ich wünsche mir einen “roten Knopf” auf den ich hauen kann
und mit dem ALLE Daten die aus Luftbildern und Caochmapping resultieren/sich ableiten
einfach mal weg wären … (Soviel zum Gemecker über Selbige)

Guss derBeKri

Wenn keine Quelle wie Maps4BW verfügbar ist, Hintergrundbild “OpenStreetMap GPS-Spüren” laden und nach mehreren parallen Spuren suchen (meist Hauptstraßen).
An Kreuzungen oder scharfen Kurven Bild anpassen, mehr als 1-3 m Genauigkeit sind nicht drin.
Achtung! Schrägszenen (gekippte Häuser) müssen häufiger angepasst werden.
Solange noch alte, leidlich georeferenzierte Bilder (Mapbox, DigitalGlobe) vorhanden sind, kann man Bing (neu) auch auf die verschieben (Transparenz nutzen).
Ansonsten Bing nur für aktuell geänderte Gebiete nutzen, so denn die Bilder (je nach Gegend) neuer sind.

… woran man sieht, dass das Hochladen von Tracks auch heute noch seinen Sinn hat.

Wenn’s dich beruhigt: Der, der das schrob, wird ganz bestimmt nicht über Couchmapping meckern und hat selbst schon Hunderte von Straßenmeilen couchgemappt, von den ganzen Städten an Gebäuden gar nicht zu sprechen. Aber er ist trotzdem der Meinung, der OSM-Datenbestand wäre gesünder, wenn mehr Couchmapping (wo es vernünftig möglich ist, er spricht nicht von Nepal) durch Rausgehen ersetzt würde. Er hat nämlich auch schon kilometerweise Freileitungen in OSM zurückgebaut, die ein Mapperkollege, wohl Jahre nach deren Realabbau, mit viel Geduld eingebingt hatte.

Vor zwei Wochen frog er doch bei Wander-Webseiten nach, ob er deren GPX-Tracks für Wanderwegrelationen nutzen dürfe, und erhielt positiven Bescheid. Letzten Sonntag entdeckte er vor Ort, dass der Aar-Höhenweg in Diez komplett anders markiert ist als im freigegebenen GPX, offenbar kürzlich umgeleitet, und hat eine weitere Stunde lang die Relation umgebaut.

He rests his case :slight_smile:

–ks

Nicht immer. Gerade abgeschattete Straßen haben oft den gleichen Spurfehler bei allen GPS-Geräten. Besonders in den Kurven wird das deutlich, wenn die Geräte wenig messen und mehr vermuten, wo sie gerade sind. Aber Landstraßen ohne Wald oder Feldwege sollten mit einem guten GPS so genau sein, dass man sich schon an eine Spur halten kann.

Mapillary macht ja neuerdings automatisch tracks, weiß jemand ob die hoch geladen werden und ob man da dran kommt?

Bei schlechten Empfangssituationen sind alle Geräte mehr oder weniger ungenau, das stimmt. Sie machen aber selten den gleichen Fehler, insbesondere zu verschiedenen Zeiten. Die Mehrfachspuren fächern also idR deutlich auf, man kann also sehen, wo man skeptisch sein sollte.

Das “eine” würde ich so nicht unterschreiben: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Ich habe schon viele stückweise “glatte” Spuren gesehen, die leider um etliche Meter daneben lagen. Das liegt an den Rauschminderungsalgorithmen in den Geräten/Chips, die ein gewisses Beharrungsvermögen zeigen, bevor sich sich wieder auf die “richtige Spur” begeben.

Ja, da haben mich meine Geräte auch schon oft überrascht. Eine kurvengetreue Spur in einigen Metern Abstand parallel zur Straße (in vollkommen freier Umgebung), dann halte ich kurz an, währenddessen überlegen sie es sich und setzen die Spur anschließend exakt auf der Straße fort.

Das Größte hat sich mal mein Montana geleistet, als es in England minutenlang der Meinung war, ich führe 250 Meter links von der Straße auf der anderen Talseite entlang. Alle Straßenkurven sind sauber abgebildet – der Track ist erstaunlicherweise genau, nur versetzt. Aus- und Einschalten hat es dann aber überzeugt. Ah, den Track hab ich sogar noch:

Ich war die ganze Zeit auf der A6108 in Richtung Osten unterwegs, die Kurve hat er nicht mitgeschnitten. Dabei ist da kein Grund für schlimme Abschattung oder Reflexionen: https://www.google.de/maps/@54.4047029,-1.817356,3a,75y,91.52h,95.08t/data=!3m6!1e1!3m4!1sAXQbBSlSadiF68ZSohGOBQ!2e0!7i13312!8i6656

–ks

… genau deswegen sind ja Luftbilder wichtig. Durch eine sinnvolle Kombination mit Trackaufzeichnungen lassen sich Fehler minimieren.

Bei Waldwegen, die durch Wald so verdeckt sind, dass sie auf Luftbildern nicht einmal zu erraten sind, ist eine Vielzahl von Tracks das einzige Mittel, die Lage überhaupt einigermaßen verlässlich festzustellen.

Im übrigen ist eine Trackspur auch immer ein willkommenes Indiz, wenn die Frage im Raum steht, ob jemand verdeckte Waldwege von anderen Karten abgepinselt hat oder tatsächlich vor Ort war. Streckenkundler und ich haben gerade mit den Hinterlassenschaften eines Mappers zu tun, der viele nicht mehr existente Waldwege unkritisch aus uralten gemeinfreien Karten abgemalt hat.

Ich würde mal behaupten, dass es in manchen Tallagen im dichten Wald auch mit 20 Tracks nicht möglich ist, die Lage eines Weges einigermaßen genau einzuzeichnen, ohne sich zusätzlich an Anzeichen auf dem Luftbild zu orientieren. Bei guten Luftbildern kann man mit geübten Augen oft den Verlauf eines Weges erahnen, auch wenn der Weg selbst verdeckt wird. Ohne Trackaufzeichnung und somit ohne Begehung vor Ort kann man natürlich nicht erkennen, ob es sich um einen Weg oder z.B. eine Bestandgrenze handelt.

Das mag sein… bei unseren brandenburgischen StinoKiewas (Mehrzahl von “Stinknormaler Kiefernwald”) ist es in vielen Fällen hinreichend möglich, den genauen Verlauf nach Luftbild zu erfassen… Trotzdem ist eine Befahrung z.B. wegen surface, tracktype und smoothness nötig.

Im vorliegenden Fall waren z.B. Rückegassen einer Durchforstung als Track erfasst oder Wege, ehemalige Wege, fiktive Wege auf ehem. militärischen Übungsgebieten, die sich z.T. nur als einfache Fahrspur zeigten. Wenn man eine Heidefläche hat (Heidekraut=Calluna vulgaris) dann halten sich auch ehemalige Fahrspuren z.T. extrem lange. Da hilft nur ein Besuch vor Ort, wenn man kann oder darf. Da kann man ruhig auch geführte Wanderungen/ Befahrungen nutzen, wo man sonst nicht rein kommt.

Sven

Eine ganz besonders kuriose Situation, die sich aus den neuen Luftbildern ergibt:

Vorweg ein Screenshot um zu verdeutluchen, worum es geht: http://www.directupload.net/file/d/4803/2ayj2c35_png.htm

In meinem Mappinggebiet wird gerade die Berliner Autobahn A 100 weitergebaut. Auf den alten Luftbildern war von dieser Baustelle noch nichts zu sehen - inzwischen abgerissene Gebäude standen noch da, und die bauzeitliche Umfahrung der Sonnenallee um die Baustelle herum war auch nicht zu sehen. Die OSM-Datenbank war da aktueller: die Baustelle selbst war eingezeichnet, die abgerissenenen Gebäude waren weg, die Umfahrung war eingezeichnet. OSM hat hier also nicht mit den Luftbildern übereingestimmt, man hätte sich eine Aktualisierung der Luftbilder wünschen können.
Dann wurde die Brücke der Sonnenallee über die zukünftige A 100 zumindest in Richtung Südost (=stadtauswärts) fertiggestellt. Da diese 2-spurig ist, wird seitdem der Verkehr in beide Richtungen über diese neue Überführung geführt, mit jeweils einer Spur pro Richtung. Ich habe das in der OSM-Datenbank aktualisiert (bzw. bin immernoch dabei, da sich Details vor allem in Bezug auf die Radwegführung seitdem mehrfach geändert haben). Die Umfahrung wurde außer Betrieb genommen, inzwischen ist nicht mehr erkennbar, dass da mal eine Straße war. Nach meiner Änderung hat also die OSM-Datenbank wieder mit den Luftbildern (den alten) überein gestimmt, zumindest halt eben in Fahrtrichtung Südost - allerdings nur für ein paar Tage, denn dann hat bing seine neuen Luftbilder ausgerollt. Dort ist die inzwischen nicht mehr existierende Umfahrung zu sehen…

In Berlin gibt es IMHO keinen Grund (außer die Verwendung von Editoren, die für richtig ernsthaftest Mapping nur bedingt geeignet sind), überhaupt noch die Bing-Bilder zu benutzen, da der Senat jährlich neue Orthophotos aufnehmen lässt und sie uns als WMS zur Verfügung stellt.

Abgesehen davon das die neuen Bilder es erlauben einige neue Gebäude, bei uns in SH, zu karrieren sind das Bilder zum abgewöhnen.

So unscharf - abgesehen von der Qualität in Sachen Lage und Schärfe verursachen diese Augenschmerzen.

Jan

Von NRW gibt es ja auch ganz tolle Orthophotos, aber leider ist bisher trotz guten Willen nichts wegen der Lizenzproblematik geschehen. Nicht mal wo es genau klemmt, hört man.

Ihr könntet natürlich ein Proxy (mapproxy z.B.) der Orthofotos anbieten, so dass Mapper mit anderen Präferenzen euch nicht so ärgern :slight_smile:

PS: das machen “wir” (SOSM) in der Zwischenzeit seit Jahren mit Erfolg.